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08:16 15.03.2018
Mit gezielten Übungen lassen sich die Faszien geschmeidig halten. Quelle: RND
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Hannover

Wer sich gewandt und elastisch bewegen möchte, braucht funktionierende Faszien. Faszien sind ein neuer Begriff für eine alte Bekannte: unser Bindegewebe. Das faserartige Gewebe umhüllt jeden Muskel, jeden Nerv und jedes Organ und gibt dem Körper mit seinen netzartigen Verbindungen Struktur und Halt. Normalerweise gleiten Faszien und Muskeln geschmeidig aneinander vorbei. Bei einseitiger oder zu wenig Bewegung können Faszien verkleben und unbeweglich werden. Das kann man spüren, da in der Faszie viele Schmerzrezeptoren sitzen.

Faszien – von der Schulmedizin lang belächelt

In klassischen Therapiebehandlungen wie Rolfing oder Bindegewebsmassage spielt das Fasziennetz schon lange eine wichtige Rolle. Schulmediziner haben das lange Jahre belächelt, inzwischen wird viel zum Thema Faszien geforscht. Und die Marketing-Maschinerie läuft: In jedem Fitnessstudio werden Faszienkurse angeboten, an jeder Ecke kann man Faszienrollen kaufen. Die Eigenmassage mit der Rolle soll Verklebungen der Faszien lösen und zum Beispiel bei Rückenschmerzen helfen. Ist das sinnvoll? „Es ist wichtiger, Fasziengymnastik zu machen“, sagt Christel Flügge, Physiotherapeutin und zweite Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Schmerz- und Triggerpunktmedizin. Auch Tessa Temme, Sportwissenschaftlerin an der Sporthochschule Köln, ist von den Faszienrollen nur bedingt überzeugt: „Es gibt immer Menschen, die übertreiben und die Schmerzen nicht als Bewegungsgrenze anerkennen.“

Verklebungen rechtzeitig mit Training vorbeugen

Statt mit der Rolle nur die Symptome zu bekämpfen, empfiehlt Temme, die Ursache anzugehen und mit mehr und der richtigen Bewegung dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst zu Gewebeveränderungen kommt. Ideales Faszientraining sind komplexe, mehrgelenkige Übungen wie beim Yoga oder in der funktionellen Gymnastik, aber auch alle federnden Bewegungen beim dynamischen Dehnen sowie Sprünge, etwa mit dem Seil oder auf dem Trampolin.

Von Monika Herbst/RNd

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