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Wissen „Feuerring“ zeigt sich über Südamerika und Afrika
Nachrichten Wissen „Feuerring“ zeigt sich über Südamerika und Afrika
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16:45 26.02.2017
Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond vor die Sonne, kann sie aber nicht komplett verdecken: Der schmale helle Ring um den Mond erzeugt beeindruckende Bilder. Quelle: dpa
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Coyhaique

Himmelsspektakel in Südamerika: Vor allem im Süden Chiles war am Sonntag eine beeindruckende ringförmige Sonnenfinsternis bei klarem Himmel zu sehen. Das seltene Naturspektakel konnte unter anderem auch in Teilen Argentiniens verfolgt werden. Später sollte die Finsternis auch in Afrika erkennbar sein. In Europa war das Naturphänomen nicht zu sehen.

In Chile kam vor allem die kleine Stadt Coyhaique in der Region Aysén in den Genuss. Hunderte Schaulustige versammelten sich dort schon kurz nach Sonnenaufgang auf dem zentralen Platz, um Zeugen des als „Feuerring“ genannten Spektakels zu werden. Dabei schob sich der Mond so vor die Sonne, dass nur noch ein Lichtring zu sehen war.

Nächste Sonnenfinsternis im August

Das Naturereignis begann um 9.23 Ortszeit (13.23 MEZ). Um 10.36 (14.36 MEZ) kam es dann zur ringförmigen Finsternis - der blaue Himmel verdunkelte sich leicht, die Menschen spendeten begeistert Beifall. Der schmale helle Ring („Feuerring“) war nur wenige Sekunden zu sehen.

Zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis kommt es, wenn der Mond auf seiner Bahn zum Zeitpunkt der Finsternis relativ weit von der Erde entfernt ist. Er schiebt sich vor die Sonne, kann sie aber nicht komplett verdecken. Die Finsternis war nur auf einem bis zu 90 Kilometer breiten Streifen vom Süpazifik bis nach Westafrika zu sehen.

Die nächste größere Sonnenfinsternis wird am 21. August mit bis zu 2:40 Minuten zu sehen sein, vor allem in den USA.

Totale, partielle und ringförmige Sonnenfinsternis

Die Sonne und der 400 Mal kleinere Mond erscheinen durch eine Laune der Natur am irdischen Himmel etwa gleich groß. Schiebt sich der Mond zwischen Erde und Sonne, kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Sie kann total, partiell oder ringförmig ablaufen:

Total: Eine totale Sonnenfinsternis ereignet sich, wenn der Kernschatten des Mondes auf die Erde fällt. Der Mond verdeckt die Sonne in diesem Fall komplett. Der Schatten des Mondes ist nur wenige hundert Kilometer breit und rast mit hoher Geschwindigkeit über die Erde. In diesem schmalen Korridor wird es für wenige Minuten nachtdunkel, Sterne erscheinen am Himmel, Tiere begeben sich zur Ruhe. Da der Schattenpfad so schmal ist, sind totale Sonnenfinsternisse an einem festgelegten Ort sehr selten: Durchschnittlich tritt an jedem Punkt der Erdoberfläche nur alle 360 Jahre eine totale Sonnenfinsternis ein.

Partiell: Außerhalb der Kernschattenzone kann die Sonnenfinsternis in ihrer partiellen Phase gesehen werden. Das heißt: Die Sonne wird vom Mond nur teilweise verdeckt. Solche Ereignisse sind weit weniger spektakulär und sind erst unübersehbar, wenn die Sonnenscheibe bis auf wenige Prozent verdunkelt wird. Sie sind - mit unterschiedlichem Bedeckungsgrad - von weiten Teilen der Erdoberfläche aus zu sehen. Eine partielle Sonnenfinsternis kann sich auch ereignen, wenn der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche überhaupt nicht trifft.

Ringförmig: Zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis kommt es, wenn der Mond auf seiner leicht eiförmigen (elliptischen) Bahn zum Zeitpunkt der Finsternis gerade relativ weit von der Erde entfernt ist. Die Mondentfernung schwankt zwischen 356.000 und 407.000 Kilometern. In Erdferne erscheint der Trabant etwas kleiner am Himmel und kann bei einer Finsternis die Sonne nicht komplett verdecken. Um die dunkle Neumondscheibe bleibt ein schmaler heller Ring. Es wird nicht dunkel genug, damit Sterne am Himmel erscheinen.

Von RND/dpa

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