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14:59 21.11.2016
Kleiner Patient: Dieser kleine Junge aus dem Kongo kam bereits mit dem Aidsvirus zur Welt. Die Behandlung soll ihn vor dem bewahren. Quelle: afp
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Windhuk

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids melden die Vereinten Nationen erhebliche Fortschritte – und verweisen gleichzeitig auf neue Herausforderungen. Inzwischen hätten 18,2 Millionen Menschen mit HIV Zugang zu antiretroviralen Therapien, die den Erreger eindämmen, heißt es aus dem Anti-Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS).Das sind rund drei Millionen Menschen mehr als vor zwei Jahren.

Allein zwischen Januar bis Juni 2016 seien eine Million Menschen zusätzlich in Therapieprogramme gekommen, erklärte UNAIDS-Exekutivdirektor Michel Sidibé. Weltweit lebten 2015 demnach 36,7 Millionen Menschen mit dem Virus. Das waren etwa so viele wie im Jahr zuvor, wobei jedoch mehr Menschen denn je mit lebensverlängernden Medikamenten behandelt wurden.

Aids-Epidemie soll bis 2030 beendet sein

„Jetzt muss gewährleistet werden, dass die Welt auf der Überholspur bleibt, damit die Aids-Epidemie bis 2030 in Namibia, in Afrika und der ganzen Welt beendet werden kann“, sagte Namibias Präsident Hage Geingob.

Dank der besseren Versorgung mit Medikamenten wird die Ausbreitung von Aids eingedämmt.. Quelle: afp

In dem UNAIDS-Jahresbericht betonen Experten aber auch, dass größere Anstrengungen zur Vorbeugung von HIV-Infektionen unablässig seien, wenn die Aids-Epidemie überwunden werden soll. Dies gelte insbesondere für junge Frauen in Afrika südlich der Sahara. So würden neuere Daten aus Südafrika zeigen, dass sich dort viele junge Frauen bei älteren Männern mit HIV infizieren, während sich betroffene Männer erst später im Leben anstecken. Dieser Kreislauf müsse mit zielgerichteten Anstrengungen durchbrochen werden.

Lange Leben trotz Immunschwäche

Dem Bericht zufolge sorgt die Ausweitung der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten dafür, dass immer mehr Infizierte ein höheres Lebensalter erreichen. 2015 seien 5,8 Millionen Infizierte älter als 50 Jahre gewesen. Es bestünden gute Aussichten, dass es bis 2020 rund 8,5 Millionen sein könnten. Allerdings gebe es auch erhebliche neue Risiken. So könnten sich Resistenzen gegen bestimmte Wirkstoffe entwickeln, die zur Behandlung von oft mit Aids einhergehenden Krankheiten verwendet werden – darunter Tuberkulose.

Dem „Lebenszyklus-Ansatz“ zufolge werde es auch immer wichtiger, geeignete Therapien für die vielen Kinder anzuwenden, die mit HIV geboren wurden, und nun Erwachsene werden. Studien in 25 Ländern zeigten, dass 2015 rund 40 Prozent aller HIV-Infizierten zwischen 15 und 19 Jahren durch Mutter-Kind-Übertragung angesteckt worden waren.

Von RND/dpa

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