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Nachrichten Wissen Hurrikans werden langsamer und so auch gefährlicher
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15:32 07.06.2018
Satelliten-Aufnahme des Hurrikans „Harvey“ im westlichen Golf von Mexiko. Quelle: dpa
Hannover

Fünf Tage lang tobte der Hurrikan „Harvey“ im August 2017 über Texas: Er brachte verheerende Regenmassen und Überschwemmungen nach Houston. Dass der Hurrikan so lange über Texas verweilte, war wohl keine Ausnahme. Eine Studie zeigt: Tropische Wirbelstürme wie „Harvey“ sind in den vergangenen Jahrzehnten wohl langsamer geworden. Zwischen 1949 und 2016 soll ihre Geschwindigkeit laut der Studie um zehn Prozent abgenommen haben.

Dabei gibt es in verschiedenen Regionen der Welt aber Unterschiede: Wirbelstürme über dem westlichen Nordpazifik wanderten sogar um 20 Prozent langsamer, über den Wasserflächen um Australien herum um 15 Prozent. Nur im nördlichen Indischen Ozean scheinen die Wirbelstürme nicht langsamer zu werden.

Langsame Wirbelstürme sind gefährlich

Besonders träge sind die Wirbelstürme über dem Festland in bestimmten Regionen. Im Bereich des westlichen Nordpazifiks sind ihre Geschwindigkeiten im Schnitt um rund 30 Prozent gesunken, über der nordamerikanischen Ostküste und Australien um rund 20 Prozent.

Das habe ziemlich sicher die lokalen Niederschlagsmengen in diesen Regionen erhöht, schreibt James Kossin, der Autor der Studie, in Nature. Wenn beispielsweise ein Hurrikan oder Taifun langsamer wandert, kann er länger über einer Region wüten: mehr Regen fällt, das Risiko für Überschwemmungen steigt, Gebäude sind dem Wind länger ausgesetzt. So können die tropischen Wirbelstürme mehr Schaden anrichten.

Was ist die Ursache für die langsameren Wirbelstürme?

Was genau für die Verringerung der Zuggeschwindigkeit verantwortlich, ist noch nicht ganz klar. Ein wichtiger Faktor könnte der menschengemachte Klimawandel sein. „Die beobachtete Verlangsamung um zehn Prozent geschah über einen Zeitraum, in dem der Planet sich um 0,5 Grad Celsius erwärmt hat“, erläutert Kossin. Die globale Erwärmung schwäche die gesamte tropische Luftzirkulation ab und damit auch die Luftströme, die Wirbelstürme weitertragen. Zudem steige durch die Erwärmung mehr Wasserdampf auf, der niederregnen kann.

Von Anna Schughart/RND/dpa

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