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15:30 24.05.2017
Zur Person: Nadine Nentwig arbeitet als Bloggerin und Redakteurin. Sie war Geschäftsführerin einer Fashion-PR-Agentur. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Ratgeber „Kluge Frauen scheitern anders“, Eden Books, 208 Seiten, 14,95 Euro, verarbeitet. Quelle: privat
Hannover

In jedem Scheitern steckt die Möglichkeit, noch einmal ganz von vorne zu beginnen und sein Leben, seine Karriere und seine Ziele in eine völlig neue, oftmals sogar positivere Richtung zu lenken.

Wie das gelingen kann, zeigen folgende Tipps:

Nehmen Sie sich Zeit, um zu reflektieren: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ oder anders herum „Wer scheitert, hat sich zuvor eben auch etwas getraut“. Dass Sie etwas gewagt haben, das am Ende leider schiefgegangen ist, ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, die Situation zu analysieren und dem vermeintlichen Fehler auf den Grund zu gehen, haben Sie die Möglichkeit, sehr viel zu lernen.

„Weniger denken, was andere denken“

Stehen Sie zu sich und Ihren Fehlern: Kein Mensch ist perfekt, und wer versucht, alles schönzureden, betrügt am Ende nur sich selbst. Besser und auch viel sympathischer ist es, die Flucht nach vorne anzutreten. Dafür ist es zunächst wichtig, sich seine eigenen Fehler zu verzeihen und sich von der Meinung anderer unabhängig zu machen. „Weniger denken, was andere denken“ lautet die Devise, die Ihnen eine ganz neue Form der Freiheit ermöglicht.

Trauen Sie sich, um Hilfe zu bitten: Es ist kein Zeichen von Schwäche, jemanden um Hilfe zu bitten. Ganz im Gegenteil. Es ist sogar äußerst klug, sich helfen zu lassen, wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht mehr weiterkommen. Um die ganz große Katastrophe abzuwenden, ist es wichtig, frühzeitig die Reißleine zu ziehen und sich proaktiv Hilfe zu suchen. Machen Sie Ihr Problem für andere sichtbar.

Setzen Sie sich realistische Teilziele

Übernehmen Sie die Verantwortung: Natürlich ist es einfacher, andere für Ihr Scheitern verantwortlich zu machen. Letztlich ist es aber nicht relevant, einen Schuldigen auszumachen, denn davon wird die Situation auch nicht besser. Was passiert ist, ist passiert. Daran lässt sich rückwirkend leider nichts mehr ändern. Viel wichtiger ist es zu erkennen, dass es ganz allein in Ihrer Verantwortung liegt, sich von diesem Schlamassel zu befreien.

Lassen Sie sich nicht entmutigen: Es ist vollkommen in Ordnung, für einen Moment innezuhalten und Wunden zu lecken. Nehmen Sie sich die Zeit, tanken Sie Kraft, und dann packen Sie Ihr Leben neu an. Haben Sie den Mut, noch einmal von vorne zu beginnen. Machen Sie sich einen Plan, setzen Sie sich realistische Teilziele, arbeiten Sie die einzelnen Schritte Stück für Stück ab und vergessen Sie nicht, sich für jeden kleinen Erfolg zu belohnen. Sie haben es sich verdient.

Gehen Sie nicht zu hart mit sich ins Gericht

Haben Sie Geduld: Schrauben Sie die Erwartungen runter. Die allerwenigsten steigen nach einer Krise wie der Phönix aus der Asche. Das sollte auch nicht das primäre Ziel sein. Nach dem Hinfallen wieder aufzustehen und noch einmal von vorne zu beginnen, ist bereits eine immense Leistung, die viel Kraft kostet. Diese Leistung sollten Sie anerkennen und nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen, wenn nicht gleich alles wieder läuft wie am Schnürchen. Es dauert einfach seine Zeit, bis man sich vollständig von einer Krise erholt hat.

Fazit: Scheitern kann eine Chance sein, wenn Sie richtig damit umgehen. Sich für seine vermeintlichen Fehler zu schämen und sich Tag und Nacht deswegen zu grämen, ist sicher nicht konstruktiv. Besser ist es, das Scheitern sportlich zu sehen. Neues Spiel, neues Glück. In einer Krise haben Sie die Möglichkeit, innezuhalten, genau in sich hineinzuhorchen und bei Bedarf eine Kurskorrektur vorzunehmen. Diese Chance sollten Sie nutzen, denn jetzt können Sie die Weichen für eine positive Zukunft stellen. Es liegt allein an Ihnen.

Von RND/Nadine Nentwig

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