Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wissen Japan erwägt Austritt aus Internationaler Walfangkommission
Nachrichten Wissen Japan erwägt Austritt aus Internationaler Walfangkommission
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:11 27.09.2018
Japan will wieder mehr Wale jagen: Ein getöteter Zwergwal wird im Hafen abgeladen. Quelle: Kyodo News/dpa
Tokio

Japan erwägt aus Frust über das bestehende Walfang-Moratorium den möglichen Austritt aus der Internationalen Walfangkommission (IWC). „Wir prüfen ernsthaft jede Option“, sagte Hideki Moronuki, zuständiger Beamter im japanischen Fischereiministerium, am Donnerstag vor ausländischen Journalisten in Tokio.

Japan hatte kürzlich bei der Tagung der IWC im brasilianischen Florianópolis einen Antrag auf Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs gestellt. Die IWC wies den Antrag mit 41 zu 27 Stimmen ab. Aus Sicht Tokios haben „fundamentale Differenzen“ unter den Mitgliedsländern die IWC in eine Sackgasse geführt. Die IWC müsse reformiert werden, doch sei Japan damit bisher stets gescheitert.

Japaner wollen nicht länger diskutieren

Seine Regierung habe zwar bislang noch keine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen, sagte Moronuki. Auch habe man sich dafür keine Frist gesetzt. Doch habe Japan „keine Absicht“, endlos weiter über eine Reform zu diskutieren, wenn dabei am Ende doch wieder nichts herauskomme.

Japan argumentiert, dass sich einzelne Walarten wie die Zwergwale wieder deutlich erholt hätten. Ein „nachhaltiger“ Walfang sei deshalb nach 32 Jahren Fangmoratorium wieder möglich. Dies sei schließlich auch die ursprüngliche Aufgabe der Walfangkommission: Die Erhaltung der Walbestände sowie die nachhaltige Nutzung der Walressourcen, argumentierte Moronuki.

Nach der kürzlich bei der IWC-Tagung angenommenen Florianópolis-Deklaration soll die wirtschaftliche Nutzung von Walbeständen jedoch ausschließlich im touristisch ausgerichteten Whale-Watching möglich sein. Ziel sei die Erholung der weltweiten Walpopulation auf den Stand vor Beginn der industriellen Jagd.

Forschung als Deckmantel für Waljagd

Trotz des seit 1986 geltenden Moratoriums jagt Japan jedes Jahr weiter zahlreiche Wale, offiziell zu „wissenschaftlichen Zwecken“. Das ist formal auch erlaubt. Kritiker werfen Japan jedoch schon seit Langem vor, Forschung als Deckmantel zu benutzen, um den kommerziellen Walfang durch die Hintertür einzuführen. Tokio argumentiert stets, es würden keine bedrohten Arten gejagt.

Die meisten Japaner essen derweil gar kein Walfleisch. Das würde sich nach Ansicht von Moronuki jedoch schnell ändern, sobald Japan wieder kommerziell jagen würde. Derzeit kämen jährlich „nur“ rund 5000 Tonnen Walfleisch auf den Markt, etwa die gleiche Menge werde gegessen. Die Lagerbestände beliefen sich auf 4000 bis 5000 Tonnen.

Außer Japan betreiben hauptsächlich noch Island und Norwegen Walfang, beide auch zu kommerziellen Zwecken. Norwegen – das Land, das die meisten Wale jagt – hatte gegen das Moratorium Einspruch erhoben, Island Vorbehalte angemeldet.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ob süß, herzhaft oder mit Biss: Kürbisrisotto ist das perfekte Gericht für kühle Herbsttage – und lässt sich unendlich variieren. Wir stellen drei Bloggerinnen und ihre Lieblingsrezepte vor.

27.09.2018

Die Welt wird immer trockener: Zwischen 1970 und 2015 sind 35 Prozent der Feuchtgebiete weltweit verloren gegangen, heißt es in einem neuen Naturschutzbericht. Besonders betroffen sind artenreiche Flächen.

27.09.2018
Wissen Auf der Couch – der Expertentipp - Krafttraining – mit kleinen Schritten zum Erfolg

Einen strafferen, durchtrainierteren Körper? Mithilfe von Krafttraining ist das durchaus möglich. Denn damit bauen Sie Muskeln auf und helfen dem Körper indirekt beim Abnehmen.

26.09.2018