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Wissen Keine reine Männersache: Glamouröses Gefieder bei Vögeln
Nachrichten Wissen Keine reine Männersache: Glamouröses Gefieder bei Vögeln
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09:23 05.11.2015
Nicht nur die sexuelle Selektion jedoch beeinflusst die Evolution der Gefiederfärbung. Foto: Bill Holsten
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Seewiesen

Glamour ist bei vielen Vogelarten Männersache - aber auch manche Weibchen trumpfen mit schillerndem Gefieder auf. Bunt sei die Damenwelt vor allem bei großen Arten, in den Tropen und bei Vögeln, die Brutgemeinschaften bilden, schreiben Forscher im Fachmagazin "Nature".

"Wenn der ökologische oder soziale Druck auf die Weibchen dagegen lockerer war, haben sie ihre leuchtende Färbung verloren."

Meist sind es bei Vögeln die Weibchen, die den Paarungspartner wählen - ein prächtiges Gefieder ist für potenzielle Familienväter dabei ein wichtiger Pluspunkt gegenüber der Konkurrenz. Dass Weibchen vieler Vogelarten ebenfalls ein buntes Gefieder haben, hielten Forscher bisher für einen Nebeneffekt der Männchen-Färbung.

Die Wissenschaftler um Bart Kempenaers vom Max-Planck-Institut (MPI) für Ornithologie in Seewiesen und James Dale von der Massey Universität in Neuseeland bezogen nun die Gefiederfärbung von fast 6000 Singvogelarten in eine detaillierte Analyse dazu ein. Demnach wird von der natürlichen Selektion nicht nur die Färbung der Männchen, sondern beider Geschlechter beeinflusst - manchmal sogar in entgegengesetzter Richtung.

Starker sexueller Selektionsdruck auf die Männchen führt demnach dazu, dass ihre Färbung intensiver wird - die der Weibchen aber noch viel stärker abnimmt. Nicht nur die sexuelle Selektion jedoch beeinflusst die Evolution der Gefiederfärbung, auch bestimmte Faktoren des Soziallebens und die Konkurrenz um Futter oder Territorien spielen eine Rolle, wie die Forscher erläutern. Generell werden große Vögel demnach seltener die Beute von Fressfeinden und können sich daher bunte Farben eher leisten. In den Tropen wiederum sei der Wettbewerb um Ressourcen stärker und daher auch die Vögel bunter.

Für die Weibchen gelte dabei, dass sie bei Arten mit festen Partnern bunter sind sowie bei Arten, bei denen neben den eigenen Eltern noch andere erwachsene Gruppenmitglieder die Nestlinge mit Futter versorgen. "Die Konkurrenz zwischen Weibchen um die Gelegenheit der Fortpflanzung ist in diesen Fällen höher", heißt es in einer Mitteilung des MPI dazu. Die Farbigkeit der Weibchen sei also keineswegs nur ein Nebenprodukt der sexuellen Selektion der Männchen, sondern unterliege wohl direkt einer Auswahl, schließen die Forscher.

dpa

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