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01:06 24.02.2018
Barfuß oder mit Lauflernschuhen: So beugen Sie Fußfehlstellungen beim Nachwuchs vor. Quelle: Foto: dpa
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Hannover

Die Füße tragen den Menschen durchs Leben. Darum ist es wichtig, von Anfang an auf sie achtzugeben. Der Berliner Orthopäde Dietrich Bornemann erklärt, was Eltern tun können, damit sich die Füße ihrer Kinder gesund entwickeln.

Eines gleich vorab: Kinder lernen am besten barfuß laufen, betont Bornemann, der die Aktion „Zeigt her Eure Füße“ des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie begleitet. Im Rahmen des Projekts gehen Orthopäden auf Schulen und Sportvereine zu, um dort mit den Kindern eine Schulstunde zu gestalten, in der es nicht nur um den Spaß an der Bewegung geht, sondern auch um das richtige Schuhwerk. Bornemann: „Spezielle Lauflernschuhe, wie sie heute oft beworben werden, brauchen Kinder nicht.“

Am besten barfuß üben

Drinnen laufen sie barfuß oder mit Stoppersocken, draußen sollten es – wenn überhaupt – leichte, atmungsaktive Schuhe sein. „Am wichtigsten ist, dass sie passen.“ Etwa eineinhalb Zentimeter Platz nach vorn sind beim Kauf der Schuhe ideal. „Am Strand oder auf Wiesen bleiben die Lauflern-Kinder im Sommer am besten ebenfalls barfuß.“ Ob das Kind trotz bedachter Vorkehrungen eine Fußfehlstellung entwickelt, hängt aber nicht nur vom richtigen Schuhwerk ab. „Füße sind Genetik“, sagt Bornemann. Die Eltern schauen also am besten auf die eigenen Füße, wenn sie wissen wollen, ob ihr Kind gefährdet ist.

Wann zum Kinderarzt?

Beobachten sie bei ihrem Nachwuchs Unregelmäßigkeiten – zum Beispiel einen Fuß, der zum Innenknöchel hin abgeknickt ist –, sollten sie ihren Kinderarzt darauf ansprechen oder einen Termin beim Orthopäden machen. „Am besten passiert das bis zum vierten Lebensjahr“, rät Bornemann.

Betroffene Kinder bekommen in der Regel eine Verordnung für Physiotherapie, in schwereren Fällen eventuell auch für spezielle Schuheinlagen. Gemeinsam mit dem Therapeuten lernen sie, ihre Fußmuskulatur gezielt zu kräftigen. „Wichtig ist, dass das zu Hause fortgesetzt wird“, mahnt der Orthopäde. Zum Beispiel kann das Kind mit den Zehen Murmeln greifen oder sich auf ein Tuch stellen und es zusammenziehen. „Auf den Hacken oder Zehenspitzen laufen ist auch eine sehr gute Übung“, sagt Bornemann.

Überhaupt sei Bewegung immer noch die beste Medizin. „Lassen Sie Ihre Kinder draußen spielen und herumtoben“, rät er. Dann entwickeln sich die kleinen Füße so gut, wie es die genetischen Voraussetzungen eben zulassen.

Von Teresa Nauber/dpa/RND

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