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Nachrichten Wissen Kunststoffabfälle verschmutzen Wasseroberfläche der Arktis
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13:12 22.10.2015
Müll auf einer arktischen Meereisscholle. Quelle: Melanie Bergmann/Alfred-Wegener-Institut/dpa
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Bremerhaven

Plastikabfälle treiben bereits auf der Meeresoberfläche der Arktis. Wie das Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Donnerstag in Bremerhaven mitteilte, zählten Wissenschaftler erstmals den Kunststoffmüll auf dem Meer zwischen Grönland und der östlich davon liegenden Inselgruppe Spitzbergen.

Von Bord des Forschungseisbrechers Polarstern und von einem Helikopter aus suchte das Team um die AWI-Biologin Melanie Bergmann 2012 in der sogenannten Framstraße nach Müllteilen.

Auf einer Strecke von 5600 Kilometern wurden 31 Teile entdeckt. Mit der Methode habe nur großes Treibgut erfasst werden können. "Unsere Zahlen sind deshalb aller Wahrscheinlichkeit nach eine Untertreibung des tatsächlichen Müllbestandes", sagte Bergmann. Die Untersuchung ist im Onlineportal des Fachmagazins "Polar Biology" erschienen. In einer früheren Studie hatte die Forscherin bereits festgestellt, dass die Müllmenge am Meeresboden der Framstraße zunimmt.

Wie der Abfall so weit nach Norden gelangt, sei noch unklar. Er könnte Bergmann zufolge aus einem Müllstrudel stammen, der sich gerade in der Barentssee nördlich von Norwegen und Russland bilde. Dort sammle sich vermutlich Müll aus den Küstenregionen Nordeuropas.

Müllstrudel entstehen, wenn treibende Plastikteile von großen kreisenden Meeresströmungen eingefangen werden und sich im Zentrum dieser Wirbel konzentrieren. Neben dem in der Barentssee sind nach AWI-Angaben bisher weltweit fünf solcher Müllwirbel bekannt.

Eine andere Ursache für den Müll in der Arktis könnte der Rückgang des arktischen Meereises sein, wodurch mehr Fischtrawler nach Norden vorstoßen. Von den Schiffen könnte Müll in den Gewässern landen. Problematisch sei der treibende Müll insbesondere für Seevögel, die sich von Beute an der Wasseroberfläche ernähren, berichten die Forscher. Plastikreste wurden schon in den Mägen von Seevögeln und Grönlandhaien gefunden.

dpa

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