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Wissen Nach Sojus-Fehlstart: Alexander Gerst muss wohl länger auf der ISS bleiben
Nachrichten Wissen Nach Sojus-Fehlstart: Alexander Gerst muss wohl länger auf der ISS bleiben
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14:47 12.10.2018
Der Astronauten Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS. Quelle: ESA/NASA/Alexander Gerst/dpa
Paris/Baikonur

Nach dem Fehlstart einer Sojus-Rakete bemüht sich Russland, die Lücke bei bemannten Flügen zur Internationalen Raumstation ISS nicht zu groß werden zu lassen. Bei der Suche nach der Unfallursache seien Ergebnisse bis zum 20. Oktober zu erwarten, sagte Sergej Krikaljow von der Raumfahrtbehörde Roskosmos am Freitag in Moskau. „Wir werden versuchen, den Start der nächsten Besatzung möglichst vorzuziehen“, sagte der Ex-Kosmonaut.

Die Agentur Interfax meldete unter Berufung auf nicht genannte Quellen in der russischen Raumfahrt, ein nächster bemannter Start könnte Ende November erfolgen. Vorerst sind die Starts ausgesetzt, weil am Donnerstag eine Sojus-Trägerrakete kurz nach dem Abheben vom Weltraumbahnhof Baikonur technische Probleme entwickelt und sich in ihre Einzelteile zerlegt hatte.

Alexander Gerst sollte eigentlich Ende Dezember von der ISS zurückkehren

Die Raumfahrer Alexej Owtschinin und Nick Hague überstanden eine Notlandung in ihrer Kapsel „Sojus-MS10“ unverletzt. Sie sollten dafür im Frühjahr 2019 zur ISS starten, schrieb Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin auf Twitter: „Die Jungs werden auf alle Fälle fliegen.“ Owtschinin und Hague kehrten am Freitag von Baikonur in das russische Raumfahrtzentrum Sternenstädtchen bei Moskau zurück.

Alexander Gersts Mission läuft eigentlich bis Dezember. Er müsse voraussichtlich etwas länger auf der ISS bleiben, sagte Esa-Chef Jan Wörner. Er habe am Donnerstag mit Gerst Kontakt gehabt, der diese Planänderung gelassen nehme. Derzeit befinden sich nur drei Raumfahrer in der Raumstation.

Verzögerung bei den Experimenten

Nach dem Fehlstart der Sojus-Rakete kommt es nach Angaben der Esa auch zu Verzögerungen bei den Experimenten an Bord der Internationalen Raumstation ISS. „Es fallen im geplanten Zeitraum auf jeden Fall Experimente weg“, sagte Wörner am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe jedoch davon aus, dass die Versuche zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden könnten. Wie viele Experimente betroffen seien, stehe noch nicht fest.

Ob mit der nun ungeplant kleineren Crew noch Außenbordeinsätze möglich sind, sei unklar, sagte Esa-Chef Wörner. Er gehe davon aus, dass solche Einsätze – wenn nicht zwingend erforderlich – vorerst zurückgestellt würden. Ausflüge ins All werden stets von zwei Raumfahrern gleichzeitig unternommen. Zum jetzigen Zeitpunkt würde das bedeuten, dass eine Person allein an Bord zurückbleiben müsste.

Suchmannschaften fanden unterdessen abgestürzte Raketenteile in der Steppe von Kasachstan. Als Auslöser des Unfalls vermutete Krikaljow einen der vier Schubtanks (Booster), die an der untersten Raketenstufe angebracht sind und nach dem Leerbrennen abgesprengt werden. Der Booster sei mit der zweituntersten Stufe zusammengestoßen, sagte er Interfax zufolge.

Von dpa/RND

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