Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wissen Besserer Schutz bei häuslicher Gewalt
Nachrichten Wissen Besserer Schutz bei häuslicher Gewalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 08.11.2018
Jedes Jahr zeigen mehr als 100.000 Frauen ihre Männer an. Quelle: dpa
Hannover

Mitten unter uns, von vielen aber völlig unbemerkt, gibt es ein riesiges Sicherheitsproblem in diesem Land: häusliche Gewalt gegen Frauen. Jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, ungefähr genauso viele überleben eine versuchte Tötung. Jedes Jahr zeigen mehr als 100.000 Frauen ihre Männer bei der Polizei an. Das ist aber nur ein Bruchteil der tatsächlich Betroffenen. Jede vierte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt von ihrem Partner oder ehemaligen Partner.


Warum sprechen so viele Frauen mit niemandem über die Verletzungen, Vergewaltigungen, Drohungen und Demütigungen, die sie zu Hause erleben? Leider kann sich eine Frau nicht sicher sein, dass ihre Umgebung hilfreich reagiert. Wenn Betroffene sich aber jemandem anvertrauen, dann ist die Reaktion dieser Vertrauensperson ganz entscheidend. Relativiert sie die Gewalt und gibt der Betroffenen eine Mitschuld? Oder empört sie sich und bietet Unterstützung an? Die Reaktionen der ersten Ansprechpersonen stellen häufig die Weichen dafür, wie es weitergeht. Deshalb können sich auch Bezugspersonen an eine Beratungsstelle wenden und dort besprechen, wie sie helfen können.

Trennung kann für Betroffene von häuslicher Gewalt gefährlich werden

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass in jedem Fall automatisch alles gut wird, sobald sich die Frau vom Partner trennt. Trennungssituationen können für die Betroffenen gefährlich werden, die Gewalt kann sogar noch zunehmen, weil der Mann „seine“ Frau nicht gehen lassen möchte. Gerade wenn es gemeinsame Kinder gibt, hat die Frau oft nicht die Chance, sich in Sicherheit zu bringen, weil trotz der Gewalt ein Umgangsrecht besteht. An dieser Stelle sind Politik und Gerichte gefragt, die Sicherheit von Frauen und Kindern endlich höher zu bewerten als das Umgangsrecht.

Es bleibt viel zu tun, bis auch das eigene Zuhause für Frauen ein sicherer Ort ist. Wir alle können dazu beitragen, indem wir auf das Problem aufmerksam machen, uns mit Betroffenen solidarisieren und hinschauen.

Hier finden Sie Hilfe

Sie sind Opfer von Gewalt geworden? Nehmen Sie Hilfe in Anspruch und wenden Sie sich an eine Beratungsstelle:

Opfer-Telefon des Weissen Rings, 116 006, alle Tage von 7 bis 22 Uhr.

Hilfe-Telefon „Gewalt gegen Frauen“ des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, 08000 116 016, alle Tage rund um die Uhr.

Von RND/Katja Grieger

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Mittwochmorgen ist der europäische Wettersatellit „MetOp-C“ gestartet. Von seiner relativ niedrigen Erdumlaufbahn aus soll er hochwertige Daten für die Wettervorhersage und die Klimaüberwachung liefern. Er ist der letzte seiner Bauart, an Nachfolgern wird auch in Deutschland bereits gearbeitet.

07.11.2018

Eiweiß ist beliebt: Der Nährstoff soll beim Abnehmen helfen und nach dem Sport für schnelle Erholung sorgen. Doch nicht alles, was sich Low-Carb-Anhänger und Sportler über den Wunderstoff erzählen, ist richtig. Die fünf häufigsten Eiweißirrtümer.

07.11.2018

Prof. Thomas Feltes ist Leiter des Lehrstuhls für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. In unserer Kolumne erklärt er, woher die irrationale Furcht vor Zuwanderung rührt.

07.11.2018