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18:01 28.03.2018
Nadine Nentwig arbeitet als Texterin, Bloggerin und Redakteurin. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Ratgeber „Kluge Frauen scheitern anders“ (Eden Books) verarbeitet. Quelle: privat
Köln

Ich bin seit über zehn Jahren selbstständig und bekomme immer wieder lobende E-Mails von zufriedenen Kunden und treuen Lesern. Allein diese Tatsache sollte mir eigentlich die Bestätigung geben, dass ich meinen Job gut mache. Trotzdem gibt es Tage, an denen mich Selbstzweifel plagen und ich mich frage: Bin ich auch wirklich gut genug? Ein quälendes Gefühl, mit dem ich nicht allein bin. Viele haben mit Versagensängsten zu kämpfen. Vor allem im Job. Aber warum ist das so und wie kann ich es ändern?

Hier kommen drei Denkanstöße:

Gehen Sie mit Fehlern konstruktiv um: Schon in der Schule und im Elternhaus haben wir gelernt: Wer Fehler macht, muss mit entsprechenden Sanktionen rechnen. Wir wurden also schon in frühester Kindheit darauf konditioniert, möglichst alles richtig und perfekt zu machen. Wer diesen Ansprüchen nicht gerecht wird, ist eben nicht gut genug. Fertig.

Kaum einer kommt darauf, diesen enormen Anspruch an Perfektion kritisch zu hinterfragen. Wie realistisch ist es, immer alles richtig zu machen? Wer definiert überhaupt, wer oder was perfekt ist? Gehören Fehler nicht zum Leben dazu?

Wer sich von dem Gefühl der Selbstzweifel lösen will, sollte zuallererst seine eigenen Ansprüche überdenken. Nur, weil ich mal einen Fehler gemacht habe, bin ich nicht grundsätzlich schlecht in meinem Job. Die Frage ist doch vielmehr: Wie gehe ich mit diesem Fehler um? Bin ich in der Lage, ihn mir einzugestehen und aus der Situation zu lernen, also das vermeintliche Problem konstruktiv anzugehen, oder versinke ich in Selbstmitleid?

Unterziehen Sie sich regelmäßig einem Realitätscheck
: „Dem potenziellen Kunden ist mein Angebot bestimmt viel zu teuer“ oder „Sicher bekommt ein anderer Bewerber den Zuschlag, weil er qualifizierter ist als ich“. Diese und ähnliche Sätze kreisen in meinem Kopf, wenn es darum geht, einen neuen Auftrag an Land zu ziehen. Dabei handelt es sich um erlernte Denkmuster, die nichts mit der Realität zu tun haben. Schließlich kann ich doch gar nicht wissen, ob es a) überhaupt einen Mitbewerber gibt und b) er viel qualifizierter ist als ich. Mal abgesehen davon, dass ich in den vergangenen Jahren schon mehrfach bewiesen habe, dass ich potenzielle Kunden von meinem Können überzeugen kann.

Trotzdem bin ich mal wieder der Meinung, nicht gut genug zu sein. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer sich im Job nicht selbst ausbremsen will, sollte seine negativen Prophezeiungen regelmäßig einem kritischen Realitätscheck unterziehen. Nur so ist es möglich, destruktive Denkmuster zu durchbrechen und selbstbewusst zu seinem eigenen Können zu stehen. Schließlich gilt: Wenn ich selbst nicht an mich glaube, warum sollte es dann ein potenzieller Kunde tun?

Hören Sie auf, sich zu vergleichen: Sich mit anderen zu vergleichen ist nicht grundsätzlich schlecht, solange wir es konstruktiv angehen. Wenn ich ein berufliches Vorbild habe, das mir als Ansporn dient, ähnlich erfolgreich zu werden, dann ist Vergleichen eine gute Sache.

Das Problem ist: Oft vergleichen wir uns mit anderen, kommen zu dem Entschluss, dass wir schlechter abschneiden, und fühlen uns unfähig und wertlos. Dabei starten alle unter vollkommen unterschiedlichen Voraussetzungen in ihre Selbstständigkeit. Der eine mit, der andere ohne Vorkenntnisse, mit viel oder wenig Startkapital, mit einem großen oder einem kleinen Netzwerk und so weiter. Alles Umstände, die wir selbst nicht in der Lage sind, realistisch einzuschätzen, weshalb die Vergleiche, die wir anstellen, immer hinken.

Da ist es doch besser, sich ganz auf sich und seine Fähigkeiten zu konzentrieren und das Beste aus der eigenen Situation zu machen.

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Von Nadine Nentwig/RND

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