Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wissen Spinat spürt Sprengstoff auf
Nachrichten Wissen Spinat spürt Sprengstoff auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:07 01.11.2016
US-Forscher haben jetzt Spinat mit Nanopartikeln versehen, so dass die Pflanzen Sprengstoff im Grundwasser aufspüren können. Quelle: dpa
Anzeige
Cambridge

Schon Popeye wusste um die Superkräfte von Spinat. US-Forscher haben jetzt Spinat mit Nanopartikeln versehen, so dass die Pflanzen Sprengstoff im Grundwasser aufspüren können.

Spinat sendet Leuchtsignale

Das Team vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) im US-amerikanischen Cambridge baute dazu winzige Kohlenstoff-Röhrchen in die Blätter ein. Nahm der Spinat explosive Nitroaromate aus dem Grundwasser auf, reagierte der Kohlenstoff und die Blätter gaben kurz darauf fluoreszierende Signale ab. Diese wiederum kann eine Infrarotkamera aufnehmen und sie weiterleiten – etwa als E-Mail.

Kommunikation mit jeder Pflanze möglich

„Das ist eine neue Demonstration, wie wir die Kommunikationsschranke zwischen Pflanzen und Menschen überwinden können“, sagte einer der Autoren, Prof. Michael Strano, zu der Technik. „Sie ist bei jeder lebenden Pflanze anwendbar.“ Derzeit seien die Leuchtsignale aus einem Meter Entfernung ablesbar.

An größeren Distanzen werde gearbeitet, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals „Nature Materials“. Aus der Anordnung der fluoreszierenden Spinatpflanzen sei auch der Ort des Sprengstoffs genau zu berechnen, erläuterte Erstautor Min Hao Wong der Deutschen Presse-Agentur.

Pflanzen als Frühwarnsystem

Spinat als Sprengstoffsensor zu nutzen sei nur eine von vielen Einsatzmöglichkeiten der Technik, bei der Nanoröhrchen in die Mesophyll-Schicht der Blätter eingeschleust werden, betonen die Wissenschaftler. Vor allem in dieser Schicht zwischen unterer und oberer Blatthaut findet Photosynthese statt.

„Die nanobionischen Werkzeuge können auch dazu genutzt werden, um Signalwege der Pflanzen aus ihrer Umwelt in vivo (im lebendigen Organismus) aufzuspüren“, so Min Hao Wong. Bakterieninfektionen, Umweltstress, Dürren - all dies nähmen Pflanzen frühzeitig und hochsensibel wahr. „Wir kratzen erst an der Oberfläche dessen, was Pflanzen-Nanobionik ermöglichen kann.“

Von dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige