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Wissen Supernasen: Wie Hunde „Daten“ erschnüffeln
Nachrichten Wissen Supernasen: Wie Hunde „Daten“ erschnüffeln
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12:21 29.08.2018
Ermittler mit besonderer Spürnase: Hunde sind aus der Polizeiarbeit mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Quelle: Foto: Mindy Schauer/dpa
Hannover

Bear macht Jagd auf Verbrecher. Nicht, indem er ihre Spur aufnimmt wie andere Hunde, die im Dienst der Polizei stehen. Nein, Bear findet Beweise, die die Kriminellen hinter Gitter bringen. Denn Bear kann elektronische Geräte erschnüffeln. Die feine Nase von Bear erkennt USB-Sticks, Festplatten oder MicroSD-Karten. Hunde wie er werden „ESD-Hunde“ genannt. Das steht für „electronic storage detection dogs“, also Hunde, die Datenspeicher auffinden. Und sie sind die neuste Geheimwaffe der US-Behörden bei der Jagd auf Verbrecher.

So wie im Fall eines ehemaligen Sprechers der Sandwich-Kette Subways. Die Polizei hatte das Haus des Mannes bereits gründlich durchsucht – und auch schon Computer und andere elektronische Geräte beschlagnahmt. Aber Bear fand, was sie übersehen hatten: einen versteckten USB-Stick. Als der Mann später wegen Kinderpornografie festgenommen wurde, sagte ein Staatsanwalt, dass dieser USB-Stick für die Untersuchungen von entscheidender Bedeutung gewesen sei. Der Mann bekannte sich unter anderem der Verbreitung von Kinderpornografie schuldig. Bear wurde eine kleine Berühmtheit und arbeitet mittlerweile für die Polizei in Seattle.

Hunde sind gegenüber Gerüchen viel empfindlicher

Hunde wie Bear werden darauf trainiert, bestimmte Chemikalien, die zum Beispiel verhindern, dass ein Datenspeicher überhitzt, zu erkennen. Das ist im Grunde nichts anderes, als einem Hund beizubringen, Drogen oder Sprengstoff zu erschnüffeln.

Wenn wir etwas riechen, dann docken Geruchsmoleküle aus der Luft an den Riechrezeptoren in unserer Nase an. Das erzeugt ein Signal, das unser Gehirn zu einem Geruch macht. Wir denken dann zum Beispiel: „Mmh, Erdbeeren.“ Doch im Vergleich zu uns Menschen riechen Hunde sehr viel besser. „Das liegt daran, dass sie eine größere sensorische Fläche haben“, erklärt Peter-Michael Kaul von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Hunde haben beispielsweise hundertmal mehr Rezeptoren als Menschen. Deshalb sind sie gegenüber Gerüchen viel empfindlicher – und können Gerüche auch viel besser unterscheiden.

Bei der Sprengstoffsuche werden die Hunde zu Experten

Um einen Hund zu trainieren, nutzt man seinen Spieltrieb. Ähnlich wie wenn man ihm das Kommando „Sitz“ beibringt, wird ein Erfolg dann zum Beispiel mit einem Leckerli belohnt. Mit der Zeit können die Aufgaben schwieriger werden. „Wenn man will, dass der Hund ganz spezifische Substanzen erkennen soll, ist sehr viel Training notwendig“, sagt Kaul.

Für Spürhunde gibt es klassische und bekannte Einsatzgebiete wie die Jagd, die Drogen- oder Sprengstoffsuche. Dabei werden die Tiere zu Experten. Sie sind auf bestimmte Substanzen trainiert und wissen zum Beispiel ganz genau, wie der Sprengstoff TNT riecht. Der Geruch ist fest in ihnen verankert, hat sich quasi eingebrannt.

Hunde können auch Umweltschädliche erschnüffeln

Ein anderes bekanntes Einsatzgebiet ist die Suche nach Menschen. Für das sogenannte Mantrailing muss der Hund anders ausgebildet werden. Denn um einen Menschen zu finden, der sich vielleicht verlaufen hat oder auch versteckt, müssen die Hunde kurzfristig eine ganz spezifische Spur aufnehmen können. Anschließend können sie den Geruch aber auch wieder vergessen. „Man weiß bisher nicht genau, was der Hund in so einem Fall eigentlich riecht“, sagt Kaul. Welche spezifischen Komponenten den Geruch eines Menschen unverwechselbar machen, ist noch nicht ganz erforscht. Man weiß, dass ein Hund verschiedene Menschen auseinander halten kann – aber nicht warum.

Doch das Aufgabenprofil der Spürhunde ist noch vielfältiger. Kaul und seine Kollegen lassen zum Beispiel die Larven des asiatischen Laubholzbockkäfers von Spürhunden erschnüffeln. Die invasive Art wurde aus Asien eingeschleppt und schädigt Bäume. Andere Forscher prüfen gerade, ob sich Hunde auch für die Früherkennung von Krebs eignen. Erste Hinweise, die zeigen, dass das zum Beispiel bei Blasenkrebs funktionieren könnte, gibt es schon.

Von Anna Schughart/RND

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