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Wissen Taschendiebe und ihre Tricks – So schützen Sie sich
Nachrichten Wissen Taschendiebe und ihre Tricks – So schützen Sie sich
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21:44 03.11.2018
Eine kurze Unaufmerksamkeit genügt, um ein Handy aus der Handtasche zu klauen. Quelle: dpa
Hannover

Rushhour in der Pariser Metro. Nur mal kurz auf dem Handy nach der richtigen U-Bahnlinie geschaut und schwups - schon ist die Tasche weg. Der Dieb hat sich unauffällig hinter den ahnungslosen Touristen gestellt und ist dann schnell im Pulk der Pendler untergetaucht.

Meist reichen Dieben wenige Sekunden der Unaufmerksamkeit, um Menschen ihrer Habseligkeiten zu berauben. Doch auch in vertrauter Umgebung, etwa im Supermarkt um die Ecke, lauern gewiefte Taschendiebe auf die Unachtsamkeit ihrer Opfer. Wer über die Tricks Bescheid weiß, kann Situationen besser einschätzen und ist im Alltag vor allzu dreisten Tricks geschützt.

Die Lieblingstricks der Taschendiebe

Kreativität kennt keine Grenzen. Es finden sich zahlreiche Beispiele, wie Diebe, teils mit haarsträubenden Methoden, an die Handtasche oder Geldbeutel ihrer Opfer gelangen. Hier nur eine Auswahl der gängigsten Tricks.

Der Anrempler: Sozusagen der Klassiker unter den Methoden. Wird meistens in Kombination mit einem Komplizen ausgeführt. Das Opfer wird angerempelt oder läuft in den plötzlich stehenbleibenden Täter. Dabei merkt er oder sie nicht, wie ein zweiter Komplize in die Hand- oder Hosentasche greift und das Handy oder andere Wertsachen entwendet.

Der Drängler: Auf öffentlichen Rolltreppen und in Fahrstühlen kann es mitunter eng werden. Gerade in den Stoßzeiten drängen sich viele Menschen aneinander vorbei und verlieren sich dann schnell im allgemeinen Chaos. Für Diebe leichtes Spiel: Ein kurzer Körperkontakt genügt, um das Smartphone zu schnappen.

Der Rolltreppen-Stopper: Rolltreppen sind in vielerlei Hinsicht riskant. Neben dem Drängler bieten sie sich auch für den Anrempel-Trick an. Eine Variante ist, den Nothaltknopf zu betätigen und damit den ruckartigen Stopp der Rolltreppe zu bewirken. Auch hier nutzen Diebe die allgemeine Ablenkung, um unbemerkt an die Tasche ihres Opfers zu gelangen.

Der Hilfesuchende: Eine besonders hinterhältige Methode, weil sie die Hilfsbereitschaft des Opfers schamlos ausnutzt. So wird dieses beispielsweise im Supermarkt darum gebeten, ein Produkt aus einem oberen Regalbrett herunterzuholen. Beim Strecken ermöglicht das Opfer dem Täter einfachen Zugang zur Jackeninnentasche oder zur unbewachten Tasche im Einkaufswagen.

Der Antänzer: Diese Masche wird vor allem in Nachtclubs angewandt und macht sich die Alkoholisierung der Opfer zunutze. Bei vollem Betrieb und lauter Musik kommen die Diebe relativ einfach nah an ihr Opfer heran, ohne dass dieses sofort Verdacht schöpft. Handys, die für Fotos mit auf die Tanzfläche genommen werden, sind besonders leichte Beute.

Der Dribbler: Hierbei handelt es sich um eine Variante des Antänzers, die vor allem bei männlichen Opfern angewandt wird. Der Täter gibt vor, einen Fußballtrick zu demonstrieren, bei dem er dem Opfer zwischen die Beine grätscht und so direkten Körperkontakt aufbaut. Geldbörse oder Handy lassen sich dann einfach aus der Hosentasche ziehen. Wenn Alkohol im Spiel ist, schöpft der oder die Betroffene später als gewöhnlich Verdacht und kann sich nicht so entschlossen wehren.

Der Über-die-Schulter-Späher: Dieser Trick wird vor allem beim Geldabheben angewandt. Während das Opfer die PIN am Geldautomaten eingibt, wird es vom Täter ausgespäht. Anschließend klaut er oder ein Mittäter die Geldbörse mitsamt der EC- oder Kreditkarte.

Der Stuhllehnen-Grapscher: Im Restaurant kann eine sorglos über den Stuhl gehängte Jacke oder Tasche leicht von Dieben gestohlen werden. Dasselbe gilt für Sitze in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein auf dem Nachbarsitz platzierter Rucksack ist schneller zu schnappen als man denkt.

Tipps gegen Taschendiebstahl

Wie die Tricks zeigen, setzen die meisten Diebe auf eine Mischung aus Unachtsamkeit und Ablenkung, um an die Wertsachen ihrer Opfer zu kommen. Oft nutzen die Täter zudem die Leichtgläubigkeit oder Alkoholisierung der Zielperson aus. Mit ein paar einfachen Verhaltenstipps, die von der Polizei empfohlen werden, wappnen Sie sich vor Taschendieben.

• Behalten Sie Ihre Tasche oder Ihren Rucksack im Auge, wenn Sie an öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen, Flughäfen, Bushaltestellen oder anderen Wartebereichen stehenbleiben. Besonders an Rolltreppen gilt erhöhte Wachsamkeit.

• Entfernen Sie Portemonnaie und Smartphone aus der Jacke oder der Handtasche, wenn Sie diese, etwa im Restaurant oder Café, ablegen. Dasselbe gilt für an der Garderobe abgegebene Kleidung und Taschen.

• Tragen Sie Handys, Geldbörsen und andere Wertsachen immer eng am Körper. Niemals sollten diese in Außentaschen aufbewahrt werden. Im Ausland empfehlen sich Brustbeutel, die unter der Kleidung getragen werden können.

• Im dichten Gedränge, etwa in Bus und Bahn, empfiehlt es sich, den Rucksack oder die Umhängetasche vor dem Bauch zu tragen.

• Nehmen Sie nicht mehr Bargeld mit als nötig.

• Bewahren Sie PIN und Bankkarten nie zusammen auf.

• Passen Sie auf, dass Ihnen beim Geldabheben am Automaten niemand über die Schulter guckt. Alarmieren Sie die Polizei, wenn der Geldautomat Auffälligkeiten aufweist oder verdächtige Personen in der Filiale herumlungern.

Aufgepasst im Alltag

Leichtsinn im Alltag stellt das größte Risiko dar. Auch wenn wir es gut mit unseren Mitmenschen meinen, sollte dabei nicht die eigene Sicherheit vernachlässigt werden. In ungewöhnlichen Situationen schadet es nicht, kurz innezuhalten um mögliche Gefahren zu erkennen. Meistens können wir gut einschätzen, ob Menschen ernsthaft an unsere Hilfsbereitschaft appellieren oder einfach nur auf unsere Leichtgläubigkeit setzen.

Von RND/pf

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