Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wissen Testen Sie Ihr Diabetes-Risiko
Nachrichten Wissen Testen Sie Ihr Diabetes-Risiko
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:05 14.11.2016
In Deutschland haben mehr als sechs Millionen Menschen Diabetes - inklusive der Dunkelziffer könnten es sogar 7,6 Millionen sein. Quelle: dpa
Anzeige
Düsseldorf

Mehr als 95 Prozent der Diabeteskranken in Deutschland dürften an einem Typ 2-Diabetes erkrankt sein, der zumeist im höheren Lebensalter auftritt und früher auch Altersdiabetes genannt wurde. Diese Zahlen sind im Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2016 veröffentlicht und beziehen Schätzungen der International Diabetes Federation (IDF) ein.

In der älteren Bevölkerung ab 55 Jahre treten dem Bericht zufolge etwa 270.000 Diabetes-Neuerkrankungen pro Jahr auf. Die auch als Zuckerkrankheit bekannte Stoffwechselstörung Diabetes mellitus kann etwa zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenleiden und Erblindung führen.

Typ 1- oder Typ 2-Diabetes: Darin liegt der Unterschied

Typ 2-Diabetes entwickelt sich häufig durch falsche Ernährung, Übergewicht und wenig Bewegung. Die Bauchspeicheldrüse kann das den Blutzucker senkende Hormon Insulin zwar noch produzieren, es wirkt im Körper aber nicht richtig. Experten denken seit langem darüber nach, die Forderung nach einer Zuckersteuer zu stellen, um den Genuss von überzuckerten Lebensmitteln kostspieliger zu machen.

Beim Diabetes Typ 1 fehlt das Hormon Insulin komplett. Betroffene müssen sich daher mehrmals täglich Insulin spritzen. Diabetes Typ 1 tritt häufig bereits im Kindesalter auf. Nach Schätzungen werden jährlich etwa 3200 bis 3700 Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 19 Jahren in Deutschland neu mit Typ 1-Diabetes diagnostiziert.

Dass der Weltdiabetestag auf den 14.November gelegt wurde, hat einen Grund. An diesem Tag wurde nämlich der Nobelpreisträger Frederick Banting geboren, der das Insulin entdeckt hat. Auch Google feiert Banting mit einem „Doodle“.

Google feiert zum Weltdiabetestag den Erfinder des Insulins, Nobelpreisträger Frederick Banting. Er wurde am 14. November 1891 in Alliston, Kanada geboren. Quelle: RND/Screenshot/Google

So lagern Sie Insulin richtig

Insulinvorräte gehören zwar in den Kühlschrank - aber nicht der Insulinpen mit der Ampulle, die in Benutzung ist. Diesen sollten Menschen mit Diabetes einfach bei Raumtemperatur aufbewahren. „Er sollte nicht in den Kühlschrank, auch weil die Temperaturwechsel die Bildung von Luftblasen in der Ampulle fördern“, erklärt Apotheker Jens Krautscheid aus Dorfen im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Wird eine neue Ampulle benötigt, sollte sie schon am Tag vorher aus dem Kühlschrank genommen werden. „Denn kaltes Insulin kann sich beim Spritzen unangenehm anfühlen“, sagt Krautscheid.

Zuckersteuer gegen Diabetes – das sagen die Deutschen

Zuckerhaltige Lebensmittel können die Gesundheit ruinieren, davon sind viele Menschen in Deutschland überzeugt. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins „Diabetes Ratgeber“ befürwortet daher jeder Dritte (33,2 %), Lebensmittel mit sehr viel Zucker beispielsweise durch höhere Steuern deutlich teurer zu machen. So meinen sie, könne der Zuckerkonsum der Menschen gesenkt und Krankheiten wie Diabetes vorgebeugt werden.

Seit langem wird die Zuckersteuer bereits diskutiert. Dabei gibt es sowohl Pro- als auch Kontra-Argumente für oder gegen die Einführung. In den USA im Bundesstaat Philadelphia wird eine solche Steuer bereits erhoben.

Der Test: Wie hoch ist ihr Diabetes-Risiko?

Die Aktion „Deutschland misst“ soll am Weltdiabetestag darauf aufmerksam machen, dass schätzungsweise knapp zwei Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes leiden, ohne es zu wissen.

Hier können sie den Test machen und herausfinden, wie hoch ihr Diabetes-Risiko ist.

Diabetes-Früherkennung beim Kinderarzt startet

Bei allen niedersächsischen Kinderärzten können Eltern neuerdings ihren Nachwuchs kostenlos auf zwei chronische Krankheiten testen lassen. Ziel des Modellprojekts sei, Typ-1-Diabetes und familiäre Hypercholesterinämie (FH) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, teilte das Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult am Mittwoch mit. Die Klinik in Hannover leitet die sogenannte Fr1dolin-Studie. Teilnehmen können rund 320.000 Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren, die in Niedersachsen wohnen. Ihnen wird bei der Vorsorge-Untersuchung ein wenig Blut an der Fingerkuppe entnommen.

Drei bis vier Prozent Neuerkrankungen pro Jahr

Typ-1-Diabetes (T1D) ist die zweithäufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. In Deutschland sind rund 30 000 Jungen und Mädchen betroffen. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt jährlich um drei bis vier Prozent, im Vorschulalter sogar um fünf bis sieben Prozent. Eine frühzeitige Diagnose könne die lebensgefährliche diabetisch Ketoazidose verhindern, die mit großem Wasserverlust einhergeht, betonen die Mediziner.

„Eine flächendeckende Früherkennung wäre für die Betroffenen toll“, sagte Kirsten Wirth von der Elterninitiative diabetischer Kinder und Jugendlicher in Nordrhein-Westfalen. Derzeit werde die Krankheit größtenteils erst im Alter zwischen sechs und acht Jahren entdeckt. Ähnliche Modellprojekte zur Diabetes-Früherkennung gibt es bereits in Sachsen (Freder1k-Studie) und Bayern (Fr1da).

Die zweite jetzt in Niedersachsen getestete Krankheit ist die familiäre Hypercholesterinämie. Dabei handelt es sich um eine genetisch bedingte Störung des Fettstoffwechsels, die zu einer vorzeitigen Erkrankung der Herzkranzgefäße führen kann. Laut Klinik wird die Krankheit derzeit sehr selten rechtzeitig diagnostiziert.

Wenn Eltern dem Test beim Kinderarzt in Niedersachsen zustimmen, werden die Blutproben im Labor des hannoverschen Kinderkrankenhauses auf das Vorliegen einer familiären Hypercholesterinämie untersucht. Das Diabetes-Screening erfolgt am Institut für Diabetesforschung am Helmholtz-Zentrum München. Weitere Kooperationspartner sind Psychologen der Medizinischen Hochschule Hannover, die psychische Folgen für die Familien des Screenings evaluieren.

Das Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult gehört zu einem europaweiten Forschungsnetzwerk für klinische Studien zu Typ-1-Diabetes. Bei der Krankheit greift das körpereigene Immunsystem Zellen der Bauchspeicheldrüse an. Die Ursachen sind noch nicht geklärt. Weltweit sind rund 17 Millionen Menschen betroffen.

Von RND/fw/epd/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Wissen Mediziner setzen auf Technik - Roboter erobern den Operationssaal

Die einen sprechen von einem „Quantensprung“, für andere Mediziner ist es die logische Folge: Immer mehr Roboter kommen im Operationssaal zum Einsatz. Komplizierte Eingriffe sollen wesentlich ungefährlicher werden. Das Sagen behält aber der Arzt.

13.11.2016

In den vergangenen drei Jahren ist vor allem Heizöl billiger geworden. Für Gaskunden galt das bislang nicht. Doch langsam beschleunigt sich der Abwärtstrend beim Gaspreis – und ist jetzt auf ein neues Rekordtief gefallen.

12.11.2016

In der Nacht von Sonntag auf Montag war uns der Mond schon ziemlich nah. Wir zeigen die schönsten Bilder des Supermondes.

14.11.2016
Anzeige