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19:07 26.10.2018
Schnee und Glatteis im Winter führt immer wieder zu Verkehrsunfällen im Straßenverkehr Quelle: matt-collamer-unsplash
Hannover

Es ist kalt, es ist ungemütlich und vor allem ist es glatt.

Im Winter haben es Autofahrer besonders schwierig. Die härteren Witterungsbedingungen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit und führen regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Glatteis stellt dabei eine besonders tückische Unfallgefahr dar.

Wie entsteht Glatteis?

Wenn Wasser oder Schnee auf Straßen gefriert, entsteht Glatteis. Ob Schneeglätte, Eisglätte, Reifglätte oder Rauheis - Glatteis führt immer wieder zu Behinderungen im Straßenverkehr. Jedoch führt nicht nur Glatteis zu Rutschgefahr: Auch durch festgefahrenen Schnee, Reif und Schneematsch kann Straßenglätte entstehen.

Besonders tückisch und sehr häufig ist Eisglätte. Pfützen, die über Nacht gefrieren oder Schnee, der durch die Sonne schmilzt und über Nacht wieder gefriert, kann schnell zur bösen Überraschungen auf den Straßen werden. Vor allem Brücken kühlen schnell ab und begünstigen Straßenglätte. Warum ist das so? Sinkt die Temperatur unter den Taupunkt der Straße, entsteht die sogenannte Reifglätte: Die Luftfeuchtigkeit und Nebel frieren an. Generell wird Reifglätte begünstigt, wenn der Wind eine große Angriffsfläche auf die Straße hat.

Rauheis, auch Blitzeis oder Eisregen genannt, ist sogar noch tückischer. Dabei gefriert frischer Niederschlag beim Auftreffen auf der Straße, was zu unvorhersehbaren, gefrorenen Teilstrecken führen kann.

Wie verhalte ich mich bei Glatteis?

Winterreifen sind Grundvoraussetzung für Sicherheit beim Autofahren im Winter. Doch bei Glatteis sollte man sich nicht allein auf die Winterreifen verlassen, denn bei Glatteis geraten diese ebenfalls schnell an ihre Grenzen. In diesem Fall ist fahrerisches Können das Einzige, was das Fahrzeug vor dem Ausbrechen bewahren kann.

Den Witterungsverhältnissen angepasstes, sowie vorausschauendes Fahren sind daher unerlässlich. Damit Sie im Ernstfall wissen auf was Sie achten sollten, haben wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengestellt.

Defensives Fahrverhalten bei Glatteis

Bei Glatteis gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Ist die Fahrbahn eisglatt, muss mit einem dreimal längeren Bremsweg gerechnet werden.

Daher sollte die Geschwindigkeit an die erschwerten Wetterbedingungen angepasst werden. Ein defensiver Fahrstil zeichnet sich dadurch aus, den Fuß öfter mal vom Gaspedal zu nehmen, als auf die Bremse zu treten.

Außerdem sollte ein Mindestabstand von ca. sechs Autolängen zum Vordermann hergestellt werden. Damit verschaffen Sie sich selbst genug Reaktionszeit, um einen möglichen Unfall zu vermeiden.

Bei Glatteis richtig anfahren

Eine sichere Fahrweise im Spätherbst und Winter beginnt bereits beim Anfahren. Um lenken zu können, dürfen die Räder nicht durchdrehen.

Um das zu vermeiden, kann man beim Anfahren die Kupplung ruhig etwas schleifen lassen.

Bremsen bei Glatteis

Im besten Fall ist das Auto bei Glatteis während der Fahrt vom Fahrer auf eine angemessene Geschwindigkeit gebracht, sodass es nicht zur Vollbremsung kommen muss.

Für den Fall der Fälle sollte man jedoch wissen wie es richtig geht: Den Fuß vom Gaspedal nehmen, auskuppeln und bremsen. Bei Glätte ist es wichtig, die sogenannte “Stotterbremse” auszuführen. Dazu einfach mehrmals wiederholt bremsen, statt den Fuß starr auf die Bremse zu drücken.

Bremsen mit ABS

Das ABS (Anti-Blockier-System) wird seit vielen Jahren in allen Neuwagen mit eingebaut. ABS nimmt dem Fahrer die “Stotterbremse” ab und führt diese bei einer Vollbremsung automatisch aus. Dadurch bleibt die volle Lenkfähigkeit erhalten. Doch auch mit ABS sollte gleichzeitig ausgekoppelt werden, um zusätzlichen Schub zu vermeiden.

Abrupte Lenkbewegungen vermeiden

Bei Glatteis verliert das Fahrzeug an Bodenhaftung. Durch die verminderte Bodenhaftung der Reifen auf der glatten Straße verliert der Fahrer schnell die Kontrolle über den Wagen - und damit auch das Gefühl für die aktuelle Reifenstellung.

Greift das Reifenprofil dann unverhofft wieder, kommt es zu fatalen Lenkfehlern. Beim Bremsen daher das Lenkrad gut festhalten und nur leicht gegenlenken. Auch beim Bremsen sollte das Pedal nicht malträtiert werden - im Gegenteil: Auch zu starkes Bremsen kann die Situation verschlimmern.

Fahrsicherheitstraining

Um für gefährlichen Situationen im Straßenverkehr gewappnet zu sein, empfiehlt sich zudem ein spezielles Fahrsicherheitstraining. Hier bekommt der Fahrer ein Gefühl für Gefahrensituationen und kann diese Erfahrungen unter Umständen im Ernstfall besser aus dem Unterbewusstsein abrufen.

Zwar gibt es in Gefahrensituationen, vor allem bei Glatteis einen kurzen Moment des Kontrollverlustes. Ein Fahrsicherheitstraining kann jedoch dazu beitragen, schnell wieder Ruhe zu finden und die Kontrolle über das Fahrzeug zurück zu erlangen.

Darüber hinaus hilft ein solches Training auch das eigene Fahrzeug unter sicheren Bedingungen kennenzulernen. Als Fahrer bekommt man ein Gefühl über Kurvenlage oder Bremsverhalten in Extremsituationen.

Beim Anfahren drehen die Räder durch, beim Bremsen blockieren sie: Auf glatten Straßen rutschen Autos manchmal mehr als dass sie fahren. Autofahrer müssen ihren Fahrstil derzeit entsprechend anpassen.

Von RND/tr

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