Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wissen Vor der Therapie zum Facharzt gehen
Nachrichten Wissen Vor der Therapie zum Facharzt gehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:38 14.03.2018
Je nach Beschwerden sollte die Therapieform individuell abgestimmt sein. Quelle: Fotolia
Hannover

Rund fünf Millionen Deutsche leiden nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga unter geschädigten Gelenkknorpeln (Arthrose). Bei Gelenk- oder Muskelschmerzen gibt es diverse Behandlungsmöglichkeiten. Doch was unterscheidet diese Therapieformen eigentlich?

Physiotherapie und Krankengymnastik: Genau genommen handelt es sich um dasselbe. Ein Physiotherapeut verfügt über verschiedene Therapiemittel, die er anwenden kann, wenn ein Arzt sie verschreibt.

Manuelle Therapie:„Manuelle Therapie ist eine spezielle Unterform der Physiotherapie“, erklärt Prof. Hermann Locher, Facharzt für Orthopädie aus Tettnang am Bodensee. Dabei werde speziell mit den Händen des Therapeuten auf den Körper des Patienten eingewirkt. Vor allem die Gelenkstrukturen stünden im Fokus – etwa bei Bewegungseinschränkungen nach Operationen oder Blockaden zum Beispiel der Lendenwirbelsäule. Physiotherapeuten müssen manuelle Therapie gesondert lernen. Es handelt sich um eine Zusatzqualifikation. Patienten sollten sich vor der Behandlung daher ausreichend informieren. „Sicher aufgehoben sind sie nur bei einem Facharzt mit der Zusatzqualifikation für manuelle Medizin“, betont Orthopäde Locher.

Osteopathie: Anders als die Manuelle Therapie ist Osteopathie keine Weiterbildung, sondern eine eigene Ausbildung. Ausgeübt wird Osteopathie von darin ausgebildeten Heilpraktikern, Ärzten oder Physiotherapeuten. „Der Hauptfokus der Behandlung liegt im Aufspüren der Ursache der Beschwerden des Patienten“, sagt Prof. Marina Fuhrmann, Vorsitzende des Verbands der Osteopathen Deutschland (VOD). Dabei betrachtet der Osteopath nicht nur das Knochengerüst, sondern vor allem die Leitungsbahnen im Körper, Blutgefäße, Lymphen, Nervensystem und Bindegewebe. „Durch Verspannungen oder zum Beispiel auch durch alte Narben breiten sich über diese Strukturen Ungleichgewichte aus“, sagt Fuhrmann. Dadurch komme es zu Blockaden, die mit der Zeit zu manifesten Erkrankungen führen können.

Orthopäde Locher, selbst auch Osteopath, schränkt ein: Die Osteopathie gehe in vielen Einzelfragestellungen und Interpretationen „weit über das hinaus, was in Deutschland als wissenschaftlich anerkannte Medizin“ gilt. In vielen Einzelaspekten sei das Konzept zwar fortschrittlich und ernst zu nehmen. Er rät aber, bei Beschwerden zunächst einen Facharzt aufzusuchen: „Die Grunddiagnose muss auf einer soliden wissenschaftlichen Basis stehen.“

Von Corinna Kuhs/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie sind schnell herzustellen, kommen meist ohne Chemie aus, und helfen zuverlässig: Hausmittel. Ein paar frische Kräuter reichen aus, um einen duftenden Schlafbegleiter anzufertigen.

14.03.2018

Arzneimittelklassiker im Porträt: Wer hat sie erfunden, wie wurden sie entdeckt, wie wirken sie. Heute: Simvastatin.

14.03.2018
Wissen Kolumne – Die Sprechstunde - Richtig auskurieren

Gesund werden und gesund bleiben – um das zu erreichen, gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist die Kur.

14.03.2018