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22:32 08.03.2017
Einige Stunden am Tag oder einige Tage pro Woche: Wer immer wieder Essenspausen einlegt und in dieser Zeit nur Wasser trinkt, tut seinem Körper tatsächlich etwas Gutes. Quelle: dpa
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Hamburg/Konstanz/München

Keine Pasta, keine Schokolade, kein genüssliches Schlemmen im Freundeskreis: Ständig verzichten zu müssen, ist für viele eine schreckliche Vorstellung. Was vielen leichter fällt: intermittierendes Fasten. Dabei wechseln sich Stunden oder Tage des Fastens ab mit Zeiten, in denen ganz normal gegessen werden darf. Möglich sind unter anderem eine 2:5-Regelung, also 2 Tage fasten und 5 Tage normal essen oder eine 16:8-Variante, also 16 Stunden fasten und 8 Stunden essen.

„Der Mensch ist ursprünglich nicht an konstante Mahlzeiten gewöhnt“, sagt der Hamburger Diabetologe und NDR-„Ernährungsdoc“ Matthias Riedl. Unsere Vorfahren waren aufgrund ihrer Lebensumstände auf Phasen des Fastens eingestellt. Erst wenn die Jagd erfolgreich oder die Ernte reif war, konnte gegessen werden. Ein Wechsel zwischen Fastenzeiten und Zeiten der Nahrungsaufnahme entspreche deshalb einer natürlichen Lebensweise, sei sozusagen „die für den Menschen artgerechte Ernährung“, erläutert Riedl.

„Der Körper ist ständig im Speichermodus“

Da es in unserem Alltag mit regelmäßigen Mahlzeiten und vielen Snacks keine Hungerphasen mehr gibt, „ist der Köper ständig im Speichermodus“, sagt Riedl, der im Vorstand des Bundes der Ernährungsmediziner sitzt. Mögliche Folgen können Übergewicht und daraus resultierende Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Demenz sein. Werden wie beim Intervallfasten jedoch Hungerphasen in den Alltag eingebaut, lernt der Organismus wieder, auf seine eigenen Reserven zurückzugreifen. Der Insulinspiegel sinkt, und der Fettabbau wird angeregt.

Auch der Konstanzer Sportwissenschaftler, Autor und Gesundheitsberater Michael Despeghel betont, ständiges Snacken wirke sich negativ auf den Stoffwechsel aus. Beim zeitweisen Fasten hingegen werde der Organismus entlastet, Stoffwechsel und Organe können regenerieren.

Der Münchner Fitnesstrainer und Ernährungsberater Hanjo Fritzsche praktiziert intermittierendes Fasten dauerhaft. Er lebt nach der 16:8-Methode und verzichtet auf das Frühstück. Da er sich acht Stunden am Tag normal ernährt, nimmt er in der restlichen Zeit nur Wasser zu sich. „In den ersten Wochen denkt man viel über Essen nach“, erzählt Fritzsche. Manch einer klagt dann auch über Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten. Wenn der Körper sich aber an den neuen Rhythmus gewöhnt hat, fühlt man sich nach Fritzsches Erfahrung wach und kann sich besser konzentrieren.

Der Verzicht auf Mahlzeiten soll befreiend wirken

Geeignet ist Intervallfasten prinzipiell für jeden, der es schafft, die Fastenzeiten durchzuhalten und in seinen Wochenablauf zu integrieren, sagt Riedl. Eine wichtige Erfahrung sei dabei für viele Fastende, dass sie problemlos auf eine Mahlzeit oder zwei verzichten können. Laut Fritzsche wirkt das befreiend.

Hilfreich ist es nach Ansicht der Experten, das intermittierende Fasten mit Sport und Bewegung zu begleiten. „Sitzen treibt den Blutzuckerspiegel nach oben“, sagt Despeghel. Das ist kontraproduktiv. Bewegung hingegen stärke neben dem Abbau von Kalorien das allgemeine Wohlbefinden und zeige dem Fastenden „ich bin leistungsstark“. Nüchtern zu trainieren, sei „eine der besten Fatburning-Strategien überhaupt“, sagt auch Fitnesstrainer Fritzsche. Der Körper sei gezwungen, auf seine Reserven zurückzugreifen, die Fettverbrennung wird optimiert, und auch hartnäckige Fettpolster in den Problemzonen kann man so zum Schmelzen bringen.

Von Ulrike Geist/dpa/RND

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