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14:03 05.11.2016
Regelmäßige Untersuchungen in der Röhre eines Magnetresonanztomographen sollen die Veränderungen im Gehirn der Teilnehmer sichtbar machen. Quelle: dpa
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Leipzig

An einem Institut in Leipzig lernen rund 70 Flüchtlinge Deutsch – und leisten damit einen Beitrag für die Forschung. Denn der nicht ganz alltägliche Deutschkurs ist als Forschungsprojekt angelegt. Die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften wollen herausfinden, wie eine neue Sprache am effektivsten gelernt wird und was dabei im Gehirn passiert.

Vergleichbare und vor allem ähnlich umfangreiche Studien dazu gebe es bislang kaum, sagte der Projektsprecher Tomás Goucha (30). Die Forscher haben die Flüchtlinge – allesamt arabische Muttersprachler aus Syrien, Libanon und Irak – in sechs Gruppen eingeteilt.

Drei legen beim Erlernen der Zweitsprache einen Schwerpunkt auf die Grammatik und Satzbau (Syntax), während bei den anderen die Bedeutung (Semantik) und der Wortschatzerwerb im Vordergrund stehen. „Wir haben den Teilnehmern früh viel zugemutet“, sagte Studienleiter Matthias Schwendemann (29).

Erkenntnisse helfen Sprachkurse zu verbessern

Regelmäßige Untersuchungen in der Röhre eines Magnetresonanztomographen sollen die Veränderungen im Gehirn der Teilnehmer sichtbar machen. Das Forschungsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Herder-Institut der Universität Leipzig aufgelegt. „Wir wollen besser verstehen lernen, wie der Zweitsprachenerwerb funktioniert. Auf der Basis dieser Erkenntnisse könnten dann auch die Methoden für Sprachkurse verbessert worden“, sagte Schwendemann.

Der Deutschkurs dauert ein halbes Jahr. Fünf Stunden pro Tag lernen die Teilnehmer im Max-Planck-Institut. Nach Angaben von Goucha und Schwendemann haben sie sehr schnell beachtliche Fortschritte gemacht. Ende des Jahres solle es eine erste, „sehr vorläufige“ Auswertung des Projektes geben, sagte Goucha. Die gesammelten Daten aber vollständig auszuwerten, werde mehrere Jahre dauern.

Von RND/dpa

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