Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Astronomen beobachten "letzten Kuss" zweier Sterne

Wissenschaft Astronomen beobachten "letzten Kuss" zweier Sterne

Forschern ist es gelungen, den "Kuss" eines besonders heißen und massereichen Sternenpaars zu beobachten - weit entfernt im Tarantelnebel. Es könnte ein Liebesspiel mit tödlichem Ausgang sein.

Voriger Artikel
Zitteraale nutzen Stromstöße auch zum "Beute-Tracking"
Nächster Artikel
Schlüsselblume zur Blume des Jahres 2016 gekürt

Die beiden Sterne des Doppelsystems sind an der Oberfläche rund 40 000 Grad Celsius heiß und haben zusammen etwa 57 Mal so viel Masse wie unsere Sonne. Illustration: ESO/L. Calçada

Quelle: L. Calçada

Garching/Löwen. Astronomen haben den bislang heißesten und massereichsten Doppelstern entdeckt. Das Sternenpaar steht einander so nah, dass sich die beiden Oberflächen berühren, wie die Europäische Südsternwarte Eso in Garching bei München berichtet.

Vermutlich sei dies "der letzte Kuss" der beiden Sterne vor einem katastrophalen Ende. Forscher um Hugues Sana von der belgischen Universität Löwen stellen ihre Entdeckung mit dem "Very Large Telescope" (VLT) der Eso im Fachblatt "Astrophysical Journal" vor.

Der junge Doppelstern liegt rund 160 000 Lichtjahre entfernt im Tarantelnebel, einer der produktivsten Sternenfabriken unserer kosmischen Nachbarschaft. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt; also etwa 9,461 Billionen Kilometer.

Die beiden Sterne des Doppelsystems sind an der Oberfläche rund

 

40 000 Grad Celsius heiß und haben zusammen etwa 57 Mal so viel Masse wie unsere Sonne. Sie teilen sich durch den engen Kontakt etwa 30 Prozent ihrer Masse.

In der weiteren Entwicklung sind der Eso zufolge zwei Schicksale denkbar: Entweder die Sterne verschmelzen zu einer Riesensonne, die in einer der energiereichsten Explosionen im Universum enden könnte. Oder sie entgehen der Verschmelzung und explodieren einzeln in einer Supernova, wobei jeweils ein Schwarzes Loch zurückbliebe. Bei einer solch extrem hellen Explosion schleudern Sterne am Ende ihrer Lebenszeit ihre Hülle ins All; der Kern kann zu einem Schwarzen Loch zusammenstürzen. So könnte im Tarantelnebel ein außergewöhnlich enges Doppelsystem aus Schwarzen Löchern entstehen, das eine starke Quelle sogenannter Gravitationswellen wäre.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr