Volltextsuche über das Angebot:

24°/ 12° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Denisova-Mensch: Vor allem in Ozeanien Spuren im Erbgut

Wissenschaft Denisova-Mensch: Vor allem in Ozeanien Spuren im Erbgut

Vor wenigen Jahren kamen erstmals Überreste des Urmenschen Denisova ans Licht. Forscher versuchen seither zu ergründen, wie groß sein Beitrag zum Genom der Frauen und Männer heute ist. Eine neue Studie zeigt: Spuren hat er vor allem bei Menschen in Ozeanien hinterlassen.

Voriger Artikel
Drohnen mit Kameras machen Vogelzählen einfacher
Nächster Artikel
Runder Tisch gegen Meeresmüll

Der Denisova-Urmensch ist erst seit wenigen Jahren bekannt.

Quelle: Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

Leipzig (dpa) - Der Denisova-Urmensch hat weitaus weniger Spuren im Erbgut moderner Menschen hinterlassen als der Neandertaler.

Während außerhalb Afrikas das Genom heute lebender Menschen ungefähr zu 2 Prozent vom Neandertaler stammt, fand sich nur bei Menschen aus Papua-Neuginea eine signifikante Abstammung vom Denisova-Menschen mit einem Anteil zwischen 1,9 und 3,4 Prozent. Das berichtet ein internationales Forscherteam in dem Fachmagazin "Science".

Die Wissenschaftler um Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erhoffen sich davon neue Erkenntnisse zum Verständnis der menschlichen Evolution. Der Denisova-Urmensch ist erst seit wenigen Jahren bekannt. 2008 fanden russische Archäologen einen Knochen und Zähne in Südsibirien.

Beim Denisova-Menschen handelt es sich laut Pääbo um eine weitentfernte Schwestergruppe des Neandertalers. Während die Neandertaler vor allem in Europa und Westasien lebten, zogen Denisova-Menschen durch Ostasien. Sie lebten vermutlich noch vor etwa 40 000 Jahren im zentralasiatischen Altai-Gebirge.

In die Studie flossen Genom-Analysen von mehr als 1500 Menschen aus der ganzen Welt ein, das besondere Interesse lag aber auf den Daten von 35 Menschen aus Papua-Neuguinea. Die Forscher gehen davon aus, dass es mindestens eine Vermischung von modernen Menschen und Denisova gegeben hat - wann genau, ist unklar. Pääbo vermutet, dass es dazu auf dem asiatischen Festland gekommen ist. Denn dort finden sich ebenfalls bis heute Spuren dieser archaischen Vorfahren im menschlichen Erbgut, allerdings deutlich weniger als ein Prozent.

Wissenschaftler aus den USA hatten bereits 2014 im Magazin "Nature" berichtet, dass das Höhen-Gen der Tibeter, durch das sie ohne Atemprobleme an das Leben auf über 4000 Metern Höhe angepasst sind, vermutlich vom Denisova-Menschen stammt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und weitere asisi-Projekte in Dresden, Berlin und anderen Städ... mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr