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Erstes aufblasbares Wohnmodul an ISS installiert

Raumfahrt Erstes aufblasbares Wohnmodul an ISS installiert

Die Raumstation ISS wächst: Mit einem aufblasbaren Modul entsteht auf dem Außenposten der Menschheit ein neuer Raum - wenn auch nur zu Testzwecken. Die Raumfahrer sollen damit wichtige Ausrüstung für eine Reise zum Mars erproben.

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Eine computeranimierte Illustration zeigt das aufblasbare Wohnmodul - Bigelow Expandable Activity Module (BEAM) genannt - an der Internationalen Raumstation ISS.

Quelle: Bigelow Aerospace/NASA

Moskau. "Testballon" für die Raumfahrt: Erstmals hat die US-Behörde Nasa ein aufblasbares Wohnmodul an der Internationalen Raumstation ISS installiert.

Mit einem Roboterarm koppelten Experten der Leitzentrale in Houston im US-Staat Texas das zusammengefaltete Modul "Beam" am Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde an. Das sei ein wichtiger Meilenstein für künftige Weltraummissionen wie eine bemannte Reise zum Mars, sagte ein Nasa-Sprecher in einer Live-Übetragung. Die Nasa erhofft sich von "Beam" Erkenntnisse über Möglichkeiten des Lebens außerhalb der Erde.

Die Besatzung der ISS soll "Beam" in den kommenden zwei Jahren mit mehreren Einstiegen in die Kapsel ausgiebig testen. Die Raumfahrer sollen herausfinden, ob die Konstruktion mit ihrer faltbaren Außenhaut Menschen zuverlässig vor kosmischer Strahlung, extremen Temperaturen sowie herumfliegendem Weltraumschrott und Mikrometeoriten schützen kann.

Zunächst muss das Wohn- und Arbeitsmodul jedoch aufgeblasen werden. Wie ein Ballon soll sich die zylinderförmige Kammer aufblähen, wenn Luft in den Hohlraum strömt. Dies solle voraussichtlich im Mai geschehen, hieß es. Der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos zufolge, die neben der Nasa einer der Hauptbetreiber der ISS ist, könnte "Beam" nach dem 15. Mai in Betrieb genommen werden.

Unter Experten gilt "Beam" als ein wichtiger Schritt für die Vorbereitung künftiger bemannter Missionen im All zum Mond oder zum Mars. Aufblasbare Wohn- und Arbeitseinheiten könnten die immensen Kosten von Langzeiteinsätzen im Weltraum senken, hofft die Nasa. Durch kompakte Maße und geringeres Gewicht als zum Beispiel schwere Metallkonstruktionen könnten sie helfen, die Zahl der notwendigen Versorgungsflüge für eine Marsmission zu reduzieren.

Trotz leichter Materialien kommt "Beam" immerhin auf eine Masse von mehr als 1,3 Tonnen. Im verpackten Zustand ist es etwa 2,16 Meter lang und hat einen Durchmesser von 2,36 Metern. Nach dem Aufblasen soll sich der "Testballon" auf eine Länge von rund 4,01 Metern entfalten, bei einem Durchmesser von 3,2 Metern. Damit kommt "Beam" auf ein Volumen von etwa 16 Kubikmetern, was der Größe eines kleinen Zimmers entspricht, wie die Nasa mitteilte.

"Beam" ist ein Projekt der privaten US-Raumfahrtfirma Bigelow Aerospace in Zusammenarbeit mit der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde baut seit Jahren ihre Kooperation mit privaten Unternehmen aus. Ein "Dragon"-Frachter der privaten Firma SpaceX hatte das zusammengefaltete Modul am 10. April zur ISS gebracht. Nach der zweijährigen Testphase soll "Beam" von der ISS abgekoppelt werden und beim Absturz auf die Erde in der Atmosphäre verglühen.

dpa

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