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Europas einziger Fallturm wird 25 Jahre alt

Wissenschaft Europas einziger Fallturm wird 25 Jahre alt

Bremen ist weltweit bekannt für die Stadtmusikanten, in der Forschergemeinde aber auch für seinen Fallturm. Dieser ermöglicht Experimente in Schwerelosigkeit - und ersetzt den Flug ins All.

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Fallturm des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität in Bremen.

Quelle: Ingo Wagner

Bremen. Aus einer Höhe von 120 Metern rauscht die Versuchskapsel im Bremer Fallturm in die Tiefe. Dabei entsteht mehrere Sekunden lang Schwerelosigkeit.

Wissenschaftler machen sich das für Experimente zunutze, die sonst nur im Weltraum möglich wären. Aus aller Welt kommen sie dafür nach Bremen. In Europa ist der Fallturm einzigartig, ähnliche Forschungslabors gibt es nur in den USA und China. Jetzt feiert der Turm sein 25-jähriges Bestehen.

Mehr als 7000 Experimente haben Forscher seit der Eröffnung des Fallturms am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation im Jahr 1990 durchgeführt. Für die Versuche gibt es eine Kapsel, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 170 Kilometern pro Stunde in einen Auffangbehälter stürzt. 4,7 Sekunden befindet sie sich dabei in Schwerelosigkeit. Für die doppelte Versuchszeit sorgt seit 2004 ein Katapult. Es feuert die Kapsel durch die Fallröhre nach oben, dann fällt diese wieder nach unten.

Dadurch schaffe der Fallturm weltweit einmalige Bedingungen für Forscher, die sonst jahrelang auf einen Platz für ihre Experimente auf der Internationalen Raumstation warten müssten, sagte der wissenschaftlich-technische Leiter Christian Eigenbrod.

Interessant ist das für Forscher verschiedenster Fachgebiete: So gab es am Fallturm schon Versuche zum Verhalten von Pflanzen in Schwerelosigkeit oder zu Brennstoffen mit dem Ziel, diese effizienter und emissionsärmer zu machen. Auch Technik für eine Raumsonde, die 2018 auf einem Asteroiden landen soll, haben Ingenieure im Fallturm getestet.

Der erste Abwurf einer Versuchskapsel im Fallturm wurde vom damaligen Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber im September 1990 ausgelöst. Zum Jubiläum wird es an diesem Sonntag einen Tag der offenen Tür in der Forschungseinrichtung geben.

dpa

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