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Fötus womöglich an Zika-Virus gestorben

Gesundheit Fötus womöglich an Zika-Virus gestorben

Weltweit werden Forschungsanstrengungen hochgefahren, um mehr zu erfahren über das sich rasant ausbreitende Zika-Virus. Besonders schwangere Frauen sind durch immer neue Vermutungen und Berichte verunsichert.

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Ein Zug im südkoreanischen Seoul wird desinfiziert. Die Weltgesundheitsorganisation will mit einem internationalen Aktionsplan gegen die Ausbreitung des Zika-Virus vorgehen.

Quelle: Yonhap/Symbolbild

Rio de Janeiro. In Rio de Janeiro ist womöglich erstmals seit dem Ausbruch der Zika-Epidemie ein Fötus im Mutterleib an dem Virus gestorben. Das Institut Fiocruz werde die Todesursache nun untersuchen, berichtete das Portal "Globo".

Die 34 Jahre alte Mutter habe eine völlig normal verlaufende Schwangerschaft gehabt, sich dann aber im sechsten Monat mit Zika infiziert. Bei einer Untersuchung wurde nun festgestellt, dass der Fötus seit zehn Tagen tot ist. Die letzte Ultraschalluntersuchung am 25. Dezember habe noch keine Auffälligkeiten gezeigt, hieß es. Nun werde von Fachleuten untersucht, ob die Zika-Infektion eine Rolle gespielt haben könnte.

Fehlgeburten auch nach dem dritten Schwangerschaftsmonat kommen häufiger vor als vielfach angenommen. "Nach der jüngsten amerikanischen Studie beträgt die Totgeburtenrate 6 von 1000 Geburten", erklärte Birgit Seelbach-Göbel, Leiterin der Geburtshilfe am Uniklinikum Regensburg und Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). "Davon ereignen sich fast die Hälfte vor Ende des 6. Schwangerschaftsmonats." Mögliche Ursachen sind neben Erbgutschäden organische Fehlbildungen des Fötus, starker Stress der Mutter oder auch eine mangelhafte Versorgung über die Plazenta. Auch verschiedene bakterielle und virale Infektionen kämen in Frage, sagte Seelbach-Göbel. Vielfach bleibt der Grund für den Tod eines Kindes im Mutterleib ungeklärt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will mit einem internationalen Aktionsplan die Ausbreitung des Zika-Virus bremsen - Brasilien ist mit Hunderttausenden Infektionen am stärksten betroffen. Erkrankte sollen verbesserte medizinische Betreuung erhalten und die Entwicklung eines Impfstoffes soll schneller vorangebracht werden, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. Das Virus könnte sich laut WHO künftig weltweit ausbreiten, da sich der Lebensraum für die Überträger-Mücken immer weiter vergrößere. Gründe dafür seien der Klimawandel, das rasche Städtewachstum und die Globalisierung.

Die Strategie des Aktionsplans umfasst Hilfen für den Kampf gegen die Überträger-Mücken sowie eine bessere Aufklärung über Risiken einer Infektion. Die Kosten sollen sich auf rund 50 Millionen Euro belaufen. Neuesten Erkenntnissen der WHO zufolge sind ungeborene Kinder weniger häufig von Mikrozephalie betroffen, wenn sich ihre Mütter erst nach dem sechsten Monat mit dem Zika-Virus anstecken.

Mehrfach wurde zuletzt Zika auch in Gehirnen von Babys nachgewiesen, die mit einer Schädelfehlbildung geboren wurden. Das nährt die Vermutung einer Verbindung zwischen dem Virus und der sogenannten Mikrozephalie bei Babys. Aber bestätigt ist diese Verbindung bisher nicht.

Mit der Untersuchung von 800 Frauen und ihren Babys wollen Brasilien und die USA die Erforschung des Zika-Virus vorantreiben. An dem im Bundesstaat Paraná aktiven Forscherteam sollen sich 17 Experten der US-Seuchenbehörde CDC und 9 Fachleute des brasilianischen Gesundheitsministeriums beteiligen. Die Arbeit ist auf 50 Tage angelegt, erste Ergebnisse sollen im April vorliegen.

Die EU will die Zika-Forschung mit zehn Millionen Euro unterstützen, wie Brasiliens Gesundheitsminister Marcelo Castro mitteilte. Brasilien und die USA arbeiten auch an der Entwicklung eines Impfstoffes - dafür werden rund zwei Jahre veranschlagt. Bisher ist wenig über die Auswirkungen des Virus bekannt, das bisher in 40 Ländern aufgetaucht ist.

Zika wird wie Dengue von der Mückenart Aedes aegypti übertragen und führt meist nur zu harmlosen Symptomen wie leichtem Fieber und Hautrötungen. In Brasilien wird Dengue vielfach weiter als das weit größere Problem angesehen. Mehr als 840 Menschen starben allein 2015 daran.

dpa

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