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Forscher spielen Dating-Doktor für einsame Weinbergschnecke

Genetik Forscher spielen Dating-Doktor für einsame Weinbergschnecke

Jeremy ist eine ganz linke Schnecke: Sein Gehäuse ist spiegelverkehrt gewunden. An der Universität Nottingham wurde deshalb nach einer passenden Partnerin gesucht – zu Forschungszwecken.

Jeremys Körper ist spiegelverkehrt - weshlab er einen ebenso spiegelverkehrten Partner braucht.

Quelle: dpa

Nottingham. „Schnecke sucht Partner“ hieß es 2016 an der University of Nottingham. Denn Jeremy – so der Namen der einsamen Weinbergschnecke – ist mit einer ungewöhnlichen Mutation auf die Welt gekommen: Im Gegensatz zu den meisten seiner Artgenossen ist sein Gehäuse links- und nicht rechtsherum gewunden.

Für Jeremy bedeutet das, dass sich auch seine Geschlechtsorgane links und nicht rechts vom Kopf befinden und er sich deshalb nicht mit der Mehrheit seiner Verwandten paaren kann. Immerhin reicht es zum Studienobjekt: Der Genetiker Angus Davison der Universität Nottingham interessierte vor allem, ob die Drehung auch vererbbar sei. Deshalb begann im vergangenen Jahr die Suche nach einem Partner. Die Forscher mussten viel Geduld beweisen: Jeremys Mutation kommt nur bei einer von 100.000 bis eine Millionen Weinbergschnecken vor.

Ménage à trois?

Zunächst schienen sie Glück zu haben: Mit „Lefty“ und „Tomeu“ fanden sich gleich zwei Artgenossen mit der gleichen genetischen Besonderheit. Doch es wollte sich einfach kein Liebesglück einstellen: Statt mit Jeremy anzubandeln, vergnügten sich die zwei Eingereisten lieber selbst miteinander. Lefty übernahm die Vater-, Tomeu die Mutterrolle. 170 Babyschnecken brachten beide zur Welt – alle davon rechtsgewunden. „Das könnte daran liegen, dass die Mutter die dominanten und rezessiven Varianten der Gene trägt, welche die Gewinderichtung festlegen. Doch es ist durch die Paarung zweier linksgewundener Exemplare sehr viel wahrscheinlicher geworden, dass wir in der nächsten oder übernächsten Generation linksgedrehte Schnecken bekommen“, so Davidson.

Die Untersuchung von Jeremys Mutation ist auch für die Erforschung der Symmetrie- und Asymmetriegene bei Menschen relevant. Lefty ist inzwischen wieder bei seinem ursprünglichen Besitzer. Es gibt also noch Hoffnung für die Wissenschaftler – und auf ein erfülltes Liebesleben zwischen Jeremy und Tomeu.

CN

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