Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Klimawandel bremst Weltwirtschaft mehr als gedacht

Wissenschaft Klimawandel bremst Weltwirtschaft mehr als gedacht

Was bedeuten steigende Temperaturen für die Produktivität unserer Wirtschaft? Eine neue Studie zeigt: Zu viel Wärme ist schlecht, bei 13 Grad Celsius läuft es am besten.

Voriger Artikel
95 Millionen Menschen leiden weltweit unter Umweltgiften
Nächster Artikel
Kunststoffabfälle verschmutzen Wasseroberfläche der Arktis

Kaum Wasser im Rhein - Hitze und Trockenheit nehmen zu. Steigende Temperaturen durch den Klimawandel könnten die Weltwirtschaft einer US-Studie zufolge spürbar ausbremsen.

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Stanford. Steigende Temperaturen durch den Klimawandel könnten die Weltwirtschaft einer US-Studie zufolge spürbar ausbremsen. Die höchste Produktivität hätten Volkswirtschaften bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 13 Grad Celsius.

Bis zu dieser Temperatur stiegen die Erträge an, werde es noch wärmer, sänken sie fast linear wieder ab, schreiben Marshall Burke (Stanford University) und Kollegen im Fachjournal "Nature".

Die Forscher hatten Wirtschaftsdaten von 166 Staaten jeweils für den Zeitraum 1960 bis 2010 ausgewertet und in Beziehung zu den jährlichen Durchschnittstemperaturen gesetzt. Die Wendemarke von 13 Grad besteht demnach unabhängig davon, wie hoch der Industrialisierungsgrad der Länder ist. Sie gilt für Leistung der Arbeitskräfte ebenso wie für die der Landwirtschaft.

Werde die Erwärmung nicht eingedämmt, drohe bei einem erwarteten Anstieg von gut vier Grad Celsius bis 2100 eine Verminderung der weltweiten Wirtschaftskraft von fast einem Viertel (23 Prozent) im Vergleich zu einer Situation ohne Temperaturanstieg, warnen Burke und Kollegen.

In 77 Prozent der Länder werden die einzelnen Menschen im Schnitt ärmer sein als sie es ohne steigende Temperaturen wären. Je nach Szenario seien 5 bis 43 Prozent aller Länder 2100 dann sogar ärmer als sie heute sind.

Insgesamt werde sich der Abstand zwischen armen und wohlhabenden Länder vergrößern. Das reichste Fünftel der Länder werde noch leichte Zugewinne einfahren - denn dort seien die Temperaturen meist noch vergleichsweise niedrig. In Deutschland etwa lag das Jahresmittel 2014, dem wärmsten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, nach Daten des Deutschen Wetterdienstes bei 10,3 Grad und damit unter der Wendemarke von 13 Grad. Für die USA jedoch sehen die Forscher bis 2100 stärkere Einbußen voraus.

In einem Begleitartikel schreibt der schwedische Ökonom Thomas Sterner (Universität Göteborg) zu den Ergebnissen: "Diese Einschätzungen bedeuten wesentlich höhere ökonomische Verluste, als die meisten führenden Modelle sie nahelegen." Unter Umständen müssten Schadensvorhersagen um mehrere 100 Prozent erhöht werden.

Das Team um Burke betont, dass weitere durch den Klimawandel bedingte Effekte wie mehr tropische Zyklone oder steigende Meeresspiegel in den Hochrechnungen noch gar nicht berücksichtigt seien.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr