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Krebsverdacht gegen Glyphosat: Neuzulassung verzögert sich

Agrar Krebsverdacht gegen Glyphosat: Neuzulassung verzögert sich

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) nimmt sich mehr Zeit für ihre Empfehlung zur Neuzulassung des unter Krebsverdacht stehenden Unkrautvernichters Glyphosat.

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In Milchproben von 16 stillenden Frauen aus verschiedenen Bundesländern wurde Glyphosat entdeckt. Die Substanz steht in Verdacht, Krebs zu erregen.

Quelle: Arno Burgi

Berlin. Die Einschätzung werde erst Ende Oktober oder Anfang November und nicht wie ursprünglich vorgesehen bis 13. August abgegeben, sagte ein Efsa-Sprecher am Sitz der Behörde im italienischen Parma.

Grund für die Verschiebung ist der in der vergangenen Woche vorgelegte offizielle Bericht der Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie hält das Mittel nach Auswertung zahlreicher Studien für wahrscheinlich krebserregend. Dies solle in die Bewertung mit einbezogen werden, sagte der Efsa-Sprecher.

Glyphosat ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln. Auch in Deutschland wird er in der Landwirtschaft und im Gartenbau vor der Aussaat zur Unkrautbekämpfung verwendet. Die Genehmigung in der Europäischen Union läuft Ende 2015 nach zehn Jahren aus, über eine Erneuerung muss die EU-Kommission entscheiden. Die Efsa-Empfehlung ist dafür zentral. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte Glyphosat in seiner jüngsten Bewertung als unbedenklich eingestuft.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch warnte vor einer Neuzulassung. "Glyphosat steht unter Krebsverdacht", erklärte Vizegeschäftsführer Matthias Wolfschmidt in Berlin. "Solange die Sicherheit von Glyphosat nicht belegt ist, darf es nicht mehr auf die Äcker kommen." Foodwatch startete eine E-Mail-Aktion und appelliert an Efsa-Direktor Bernhard Url, die Neuzulassung zu stoppen.

dpa

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