Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Kunststoffabfälle verschmutzen Wasseroberfläche der Arktis

Umwelt Kunststoffabfälle verschmutzen Wasseroberfläche der Arktis

Hunderttausende Tonnen Kunststoffabfall treiben auf den Weltmeeren - und inzwischen auch in der Arktis. Für eine Studie verschafften sich deutsche Wissenschaftler erstmals einen Überblick über das Ausmaß.

Voriger Artikel
Klimawandel bremst Weltwirtschaft mehr als gedacht
Nächster Artikel
Hinweise auf Elefantenjagd vor 300 000 Jahren entdeckt

Müll auf einer arktischen Meereisscholle.

Quelle: Melanie Bergmann/Alfred-Wegener-Institut/dpa

Bremerhaven. Plastikabfälle treiben bereits auf der Meeresoberfläche der Arktis. Wie das Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Donnerstag in Bremerhaven mitteilte, zählten Wissenschaftler erstmals den Kunststoffmüll auf dem Meer zwischen Grönland und der östlich davon liegenden Inselgruppe Spitzbergen.

Von Bord des Forschungseisbrechers Polarstern und von einem Helikopter aus suchte das Team um die AWI-Biologin Melanie Bergmann 2012 in der sogenannten Framstraße nach Müllteilen.

Auf einer Strecke von 5600 Kilometern wurden 31 Teile entdeckt. Mit der Methode habe nur großes Treibgut erfasst werden können. "Unsere Zahlen sind deshalb aller Wahrscheinlichkeit nach eine Untertreibung des tatsächlichen Müllbestandes", sagte Bergmann. Die Untersuchung ist im Onlineportal des Fachmagazins "Polar Biology" erschienen. In einer früheren Studie hatte die Forscherin bereits festgestellt, dass die Müllmenge am Meeresboden der Framstraße zunimmt.

Wie der Abfall so weit nach Norden gelangt, sei noch unklar. Er könnte Bergmann zufolge aus einem Müllstrudel stammen, der sich gerade in der Barentssee nördlich von Norwegen und Russland bilde. Dort sammle sich vermutlich Müll aus den Küstenregionen Nordeuropas.

Müllstrudel entstehen, wenn treibende Plastikteile von großen kreisenden Meeresströmungen eingefangen werden und sich im Zentrum dieser Wirbel konzentrieren. Neben dem in der Barentssee sind nach AWI-Angaben bisher weltweit fünf solcher Müllwirbel bekannt.

Eine andere Ursache für den Müll in der Arktis könnte der Rückgang des arktischen Meereises sein, wodurch mehr Fischtrawler nach Norden vorstoßen. Von den Schiffen könnte Müll in den Gewässern landen. Problematisch sei der treibende Müll insbesondere für Seevögel, die sich von Beute an der Wasseroberfläche ernähren, berichten die Forscher. Plastikreste wurden schon in den Mägen von Seevögeln und Grönlandhaien gefunden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr