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Mineralöle in Adventskalendern - Behörde veröffentlicht Hersteller

Lebensmittel Mineralöle in Adventskalendern - Behörde veröffentlicht Hersteller

Mineralölrückstände in Adventskalendern: Nach heftiger Kritik von Foodwatch hat ein Landesamt in Bayern die Namen betroffener Hersteller genannt. Eins der Unternehmen wehrt sich jedoch gerichtlich gegen die Veröffentlichung.

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Bei einem Test hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in fünf von elf untersuchten Kalendern geringe Mengen Mineralöl nachgewiesen. Die Namen der Unternehmen wurden nun veröffentlicht.

Quelle: Patrick Pleul/Archiv

Erlangen. Eine süddeutsche Behörde hat die Namen der Hersteller veröffentlicht, in deren Adventskalendern Mineralöl-Rückstände gefunden wurden.

Bei einem Test hatte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in fünf von elf untersuchten Kalendern geringe Mengen sogenannter aromatischer Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Nach LGL-Angaben können diese potenziell krebserregende Substanzen enthalten. Das Landesamt betonte auf seiner Internetseite aber nochmals, dass der Verzehr der Schokolade "keinen Anlass zur Besorgnis" gebe.

Derzeit sei es nicht möglich, einen gesundheitlichen Grenzwert für diese Stoffe zu ermitteln. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es nicht. Trotzdem seien MOAH in Lebensmitteln generell "unerwünscht".

Das "Vorhandensein auch nur von geringen Bestandteilen einer potenziell krebserregenden Substanz stellt durchaus einen wichtigen Aspekt im Rahmen der Kauf- oder Konsumentscheidung eines Verbrauchers dar und unterliegt daher einem besonderen Informationsinteresse", schrieb das LGL in einem Brief an die Verbraucherorganisation Foodwatch. Diese hatte auf die Veröffentlichung der Namen und Ergebnisse des Tests gedrängt.

Die Organisation kritisierte, dass die Behörden bereits Ende November den Verkauf der Kalender hätten stoppen und die Öffentlichkeit informieren können. Nun - wenige Tage vor Weihnachten - sei der Großteil der Schokolade bereits verzehrt. Laut Foodwach forderten in einer E-Mail-Aktion der Organisation an die bayerische Verbraucherministerin Ulrike Scharf (CSU) mehr als 17 000 Menschen, die Namen der Hersteller öffentlich zu machen.

Die Mineralölbestandteile gehen meist aus den recycelten Kartons auf die Schokolade über. Für die Herstellung wird bedrucktes Altpapier verwendet, und die Druckfarben können Mineralöle enthalten.

Die Adventskalender, in denen MOAH nachgewiesen wurden, stammten laut LGL von den Herstellern Frankenwald Confiserie Bauer in Ludwigsstadt (Bayern), Feodora in Bremen, Windel in Osnabrück (Niedersachsen) und dem Discounter Netto mit Sitz in Bayern. Die Supermarktkette ging gerichtlich gegen die Veröffentlichung des Namens vor. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München wies am Donnerstag die Beschwerde in dem Eilverfahren aber zurück.

Ein Netto-Sprecher teilte auf Anfrage mit, "von dem genannten Produkt ging und geht zu keinem Zeitpunkt ein Risiko aus." Das Messergebnis liege nur geringfügig über der technischen Nachweisgrenze. Bezogen auf ein Stück Schokolade des Kalenders liege das Ergebnis rechnerisch sogar bei nur bei 0,0019 Milligramm. "Dieser Spurennachweis führt bei den für den Gesundheitsschutz zuständigen Behörden zu keiner Beanstandung." Der Karton des Kalenders werde zudem mit Farbe bedruckt, die komplett frei von Mineralölbestandteilen sei. "Trotz dieser minimalen Spuren arbeiten wir mit unserem Lieferanten weiter an Verbesserungen", betonte der Sprecher.

 

Eine Frankenwald-Sprecherin sagte, man habe eine schriftliche Erklärung des Karton-Zulieferers über die Unbedenklichkeit gehabt. Nun werde intern über die Konsequenzen beraten. Ein Sprecher von Windel sagte, man habe der Veröffentlichung des Herstellernamens sofort zugestimmt. "Wie wollen offen damit umgehen, betonen aber wie das LGL, dass der Verzehr der Schokolade unbedenklich ist", sagte der Sprecher. Feodora wollte sich zunächst nicht äußern.

Das LGL hat die Gutachten an die Kreisverwaltungsbehörden übermittelt. Diese sollen die Hersteller nun auffordern, die Quelle der Verunreinigungen zu finden, um die Rückstände zu minimieren beziehungsweise zu beseitigen.

dpa

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