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"Neue Ära der Erdbeobachtung": Satelliten als Katastrophenhelfer

Wissenschaft "Neue Ära der Erdbeobachtung": Satelliten als Katastrophenhelfer

Nach Naturkatastrophen wie jüngst in Nepal können Satelliten Experten zufolge künftig schneller Daten liefern und die Hilfe vor Ort unterstützen. Künftig werde sich die Technik weiter verbessern, kündigte Helmut Staudenrausch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an.

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Schon jetzt helfen Satelliten dabei, nach Katastrophen die Hilfe zu optimieren. Künftig sollen sie noch wichtiger werden - etwa durch neue Bildtechnik und schnellere Übertragungssysteme. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Berlin. n. "Wir stehen vor einer neuen Ära der Erdbeobachtung", sagte er im Vorfeld des Internationalen Symposiums für Erdfernerkundung (ISRSE). Die Konferenz, zu der rund 750 Teilnehmer erwartet werden, beginnt am Montag in Berlin und endet am Freitag.

Nach dem Erdbeben Ende April in Nepal können sich Helfer dank mehrerer Satelliten ein Bild von verschütteten Orte, freien Straßen und möglichen Landeplätzen für Hubschrauber machen. Die aktuelle Technik ermöglicht es laut DLR, aus 800 Kilometern Entfernung noch Objekte zu erkennen, die kleiner als ein Meter sind.

Laserbasierte Übertragungssysteme sollen Daten besonders schnell verfügbar machen. Je nach Satellit und Umlaufbahn seien heute Aufnahmen "nahe an der Echtzeit" verfügbar - mit etwa 20 Minuten Verzögerung, sagte Staudenrausch. Typischerweise vergingen sonst selbst unter günstigen Voraussetzungen oft noch 90 bis 180 Minuten. Neuere, mit Radar ausgestattete Satelliten sind zudem unabhängig von Wetter und Tageslicht, was im Fall einer Katastrophe besonders wichtig ist.

Ein Fortschritt sei das Programm "Copernicus" der Europäischen Union und der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, das in wenigen Wochen weiter Fahrt aufnimmt: Für den 12. Juni ist der Start des Satelliten "Sentinel-2A" geplant, Ende 2015 soll nach Esa-Angaben ein weiterer folgen. Vor etwas mehr als einem Jahr war der erste Satellit der Reihe gestartet. Insgesamt sind sechs Serien geplant, teils als Konstellationen à zwei Satelliten. Sie sollen jeweils mindestens sieben Jahre im All bleiben.

"Die Satelliten produzieren so viele Daten wie nie zuvor", erläuterte John Lewis, Geschäftsführer des an der Entwicklung beteiligten Unternehmens Telespazio Vega, jüngst bei einer Diskussionsrunde in Berlin. Bislang werden die Daten unter anderem von Behörden und Institutionen genutzt, aber auch Firmen können damit etwa Apps entwickeln.

"Bald haben wir ein Routineprogramm, das uns verlässlich und ununterbrochen mit Daten versorgt", sagte Staudenrausch. Diese sollen auch helfen, Veränderungen auf der Erdoberfläche zu analysieren und zu prognostizieren: Schädliche Algenteppiche auf Ozeanen, schmelzende Gletscher oder die Entwicklung von Ernten. Mit solchen Möglichkeiten könnten die Programme auch zur Einhaltung von Klima- und Umweltschutzzielen beitragen, betonte der Experte.

dpa

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