Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Pädophile Täter haben besondere Hirnstrukturen

Wissenschaft Pädophile Täter haben besondere Hirnstrukturen

Pädophile Männer, die zum Täter werden, haben offenbar charakteristische neurobiologische Veränderungen im Gehirn. Darauf deuten erste Ergebnisse einer dreijährigen Studie hin, die Vertreter des bundesweiten Forschungsverbundes NeMUP vorstellten.

Voriger Artikel
"Spanischer Nobelpreis" geht an Braunschweiger Forscherin
Nächster Artikel
Forscher: Vorurteile können im Schlaf abgebaut werden

Modell eines Gehirns: Für den Zusammenhang von Pädophilie und Täterschaft spielt offenbar das Volumen des sogenannten Mandelkerns eine Rolle.

Quelle: Armin Weigel/Symbol

Berlin. Untersucht wurden dazu insgesamt mehr als 240 Männer mit und ohne pädophile Neigungen. In beiden Gruppen waren auch Männer, die sich an Kindern vergriffen hatten.

Prof. Henrik Walter, Direktor des Forschungsbereiches "Mind and Brain" an der Berliner Charité, erklärte, dass für den Zusammenhang von Pädophilie und Täterschaft offenbar das Volumen des sogenannten Mandelkerns eine Rolle spielt.

Der Mandelkern (Amygdala) ist für die Steuerung von Emotionen wichtig, speziell von Angst und Aggressionen. Auch andere Hirnregionen zeigen demnach Volumenunterschiede, allerdings nicht so deutlich. "Damit scheinen objektivierbare Befunde bei Männern mit sexuellen Präferenzbesonderheiten in greifbare Nähe zu rücken", sagte Walter.

Grundsätzlich lassen sich der Studie zufolge pädophile Männer von nicht-pädophilen anhand von Hirnaktivierungen durch unterschiedliches Stimulusmaterial unterscheiden, stellten die Forscher fest. Dieser Befund alleine lasse aber nicht automatisch auf eine verminderte Verhaltenskontrolle schließen.

"Die Erkenntnis bestätigen unsere These, dass eine pädophile Neigung nicht gleichzusetzen ist mit sexuellem Kindesmissbrauch. Es gibt im Gehirn eigene Regionen, die für die Verhaltenskontrolle zuständig sind", ergänzte der Berliner Sexualmediziner Prof. Klaus Beier (Charité), der auch das Präventionsprojekt "Kein Täter werden" initiiert hat.

In dem vom Bundesforschungsministerium geförderten NeMUP-Verbund (Neural Mechanisms Underlying Pedophilia) arbeiten Forscher der Hochschulen in Hannover, Berlin, Duisburg/Essen, Kiel und Magdeburg zusammen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr