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Proton-Rakete bringt europäische Datenautobahn ins Weltall

Raumfahrt Proton-Rakete bringt europäische Datenautobahn ins Weltall

Eine kleine Relaisstation ist künftig für schnellen Datentransport im Weltall zuständig. Das Esa-Projekt soll per Lasertechnik Informationen schneller zur Erde bringen.

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Proton-Rakete auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Der russische Lastenträger brachte den Telekommunikationssatelliten Eutelsat 9B in Weltall.

Quelle: Roscosmos Press Service

Baikonur/Paris (dpa) - Vom Weltall aus will Europa künftig umfassende Informationen über eine Datenautobahn zur Erde jagen. Ein etwa 50 Kilogramm schweres Gerät soll in rund 36 000 Kilometern Höhe als Übermittler dienen, um mit Lasertechnik Daten bei Satelliten zu sammeln und zur Erde zu übertragen. 

Eine Proton-Rakete brachte den ersten Teil von Kasachstan aus ins All. Der russische Lastenträger hob mit dem 5175 Kilogramm schweren Telekommunikationssatelliten Eutelsat 9B vom Weltraumbahnhof Baikonur ab. Daran angedockt ist die rund 50 Kilo schwere Relaisstation EDRS-A, die als superschneller Übermittler dienen soll. Nach einer Flugzeit von gut neun Stunden wurde die Doppelfracht erfolgreich am Morgen auf einer geostationären Umlaufbahn in rund 36 000 Kilometern Höhe ausgesetzt, wie die Europäische Weltraumorganisation ESA mitteilte.  

Die Relaisstation wird mit Lasertechnik Daten von Satelliten einsammeln und zur Erde übertragen. Damit können gespeicherte Beobachtungsdaten viel schneller zu Nutzern in Europa gelangen - und zum Beispiel Hilfseinsätze nach Naturkatastrophen oder die Grenzüberwachung erleichtern.

Das Projekt der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Partnerschaft mit Airbus will einen Engpass bei der Übermittlung von Daten aus dem All auflösen. Viele Beobachtungssatelliten wie beispielsweise die Sentinel des EU-Programms Copernicus kreisen in niedriger Umlaufbahn um die Erde. Dadurch sind sie aber im Schnitt nur 10 von 90 Minuten in Reichweite ihrer Bodenstation. Nur in diesem Zeitraum können Daten übermittelt werden.

Ein Satellit im geostationären Orbit hat solche tieffliegenden Beobachter deutlich länger in Sichtweite - mindestens die Hälfte der Zeit. Die Relaisstation bleibt dabei am gleichen Punkt über der Erdoberfläche und kann so ständig Kontakt zur Bodenstation halten. Ziel des Europäischen Datenrelaissystem (EDRS) ist eine Übertragung zum Nutzer in einer Viertelstunde.

Als Einsatzmöglichkeiten sieht Airbus neben militärischen Zwecken auch Flutkatastrophen, die Beobachtung von Flüchtlingsströmen oder Umweltdelikten auf hoher See. Zentrale Herausforderung war es dabei, den Laserstrahl zwischen dem Beobachtungssatelliten auf 800 Kilometern Höhe und der Relaisstation auf 36 000 Kilometern Höhe abzustimmen. Das Projekt hat ein Budget von etwa 500 Millionen Euro, rund 140 Millionen steuert Airbus bei.

Die zweite EDRS-Station soll 2017 mit einem eigenen Satelliten starten. In der Diskussion sind zudem bis zu zwei weitere Stationen, um eine globale Abdeckung sicherzustellen, damit Beobachter rund um die Uhr Daten übermitteln können. Erste Dienste sollen in diesem Sommer angeboten werden, zunächst für zwei Copernicus-Satelliten.

dpa

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