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Rückblick2015: "Sofi" verzückte Europäer

Jahreswechsel Rückblick2015: "Sofi" verzückte Europäer

Ein kosmisches Schattenspiel verzückte in diesem Jahr die Menschen in Europa: eine Sonnenfinsternis. Das Spektakel ließ die Stromnetzbetreiber bangen und verblüffte den Internet-Riesen Google.

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Bei Google war «Sonnenfinsternis» der Suchbegriff des Jahres in Deutschland.

Quelle: Facundo Arrizabalaga

Berlin. Es war das Himmelsspektakel des Jahres: Millionen Europäer haben zum Frühlingsanfang am 20. März 2015 die Sonnenfinsternis bestaunt.

Das kosmische Schattenspiel, bei dem sich der Mond vorübergehend vor die Sonne schob, hatte vielerorts Eventcharakter. Bei meist schönem Wetter bevölkerten zahlreiche "Sofi"-Fans viele Sternwarten und Technik-Museen, andere genossen die Vorstellung von der Picknickdecke aus. Einige Unvorsichtige, die das Schauspiel trotz zahlreicher Warnungen ohne geeignete Brille beobachtet hatten, landeten allerdings beim Augenarzt.

Bei Google ist "Sonnenfinsternis" sogar der Suchbegriff des Jahres 2015 in Deutschland gewesen. Die Anfragen nach dem Naturereignis legten am stärksten zu. Das sei für das sehr bewegte Jahr 2015 etwas überraschend, sagte Google-Sprecher Ralf Bremer.

In Deutschland verdeckte der Mond am 20. März je nach Standort zwischen 66 und 83 Prozent der Sonnenscheibe. Richtig dunkel wurde es dabei nicht. Nur in einem schmalen Streifen im Nordatlantik war eine sogenannte totale Sonnenfinsternis zu sehen, bei der die Sonnenscheibe kurzzeitig komplett hinter dem Mond verschwindet. In diesem "Pfad der Totalität" lagen die Färöer-Inseln, die von Tausenden "Sofi"-Touristen besucht wurden. Doch die Schaulustigen hatten Pech: Ausgerechnet zur Phase der totalen Finsternis verdeckte ein Wolkenband den Blick auf die verdunkelte Sonne.

Ohne Probleme überstanden die deutschen Stromnetze den "Stresstest Sofi": Wegen des gewachsenen Solarstromanteils hatte es Befürchtungen gegeben, die Leistungsschwankungen könnten zu Netzausfällen führen. Tatsächlich schwankte der Solarstrom um die Leistung von etwa zehn großen Kraftwerken, aber die Netzbetreiber hatten vorgesorgt und konnten die Schwankungen ausgleichen. Sie sahen die Teilfinsternis als Praxistest für die Flexibilität der Netze, die mit dem Anteil erneuerbarer Energien stetig steigen muss.

Eine Laune der Natur will es, dass Mond und Sonne von der Erde aus gerade gleich groß erscheinen, obwohl die Sonne mit 1,4 Millionen Kilometern einen 400 Mal größeren Durchmesser hat als der Mond. Sie ist aber auch rund 400 Mal weiter entfernt als der Erdtrabant.

Wer die "Sofi" 2015 verpasst hat, muss lange warten - oder weit reisen: Erst 2021 ist wieder eine partielle Sonnenfinsternis von Deutschland aus zu sehen - allerdings fällt die Bedeckung hierzulande gering aus - und 2081 dann eine totale. Die nächste Sonnenfinsternis gibt es bereits am 9. März 2016, allerdings nur über Indonesien, Teilen von Asien und Australien und dem Westpazifik.

dpa

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