Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -7 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Runder Tisch gegen Meeresmüll

Umwelt Runder Tisch gegen Meeresmüll

Allein auf dem Meeresgrund der Nordsee liegen rund 600 000 Tonnen an Abfall. Selbst aus dem Weltall sind riesige Plastikstrudel auf dem Wasser des blauen Planeten zu erkennen. Ein "Runder Tisch Meeresmüll" soll nun deutsche Gegenmaßnahmen besser koordinieren.

Voriger Artikel
Denisova-Mensch: Vor allem in Ozeanien Spuren im Erbgut
Nächster Artikel
Verdacht auf Lassa-Fieber nicht bestätigt

Angler am Strand von Börgerende bei Rostock: Bund, Länder, Wirtschaft und Verbände wollen der Müllbelastung von Nord- und Ostsee verstärkt den Kampf ansagen.

Quelle: Jens Büttner/Illustration

Berlin. Mit einem Runden Tisch für gemeinsame Maßnahmen wollen Bund, Länder, Wirtschaft und Verbände der Müllbelastung von Nord- und Ostsee verstärkt den Kampf ansagen.

"Wir haben es sicherlich mit einem der größten Umweltprobleme unserer Zeit zu tun", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Berlin. Bis Ende 2017 soll der "Runde Tisch Meeresmüll" laut Ministerium "ganz konkrete Schritte" etwa zur Abfallvermeidung einleiten.

Allerdings erfordere es neben größeren Anstrengungen der Politik auch "die Kraft und Kreativität der Zivilgesellschaft", betonte Hendricks. Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, fügte hinzu: "Der meiste Müll im Meer besteht aus Kunststoffen. Das Problem ist also hausgemacht und liegt an uns - was wir produzieren, kaufen, was wir wie konsumieren."

Weltweit werden der Behörde zufolge 100 bis 140 Millionen Tonnen an Abfällen in den Meeren vermutet. Die Müllfunde in Nord- und Ostsee bestehen zu rund zwei Dritteln aus Kunststoffen. In der Nordsee dürften sich auf dem Meeresgrund 600 000 Tonnen Abfälle befinden. Sie stammen insbesondere aus Fischerei und Schifffahrt, aber auch von Tourismus- und Freizeitaktivitäten an Land. Die Müllbelastung der Ostsee geht hauptsächlich auf Tourismus und Freizeitverhalten zurück.

Der Grünen-Politiker Stefan Wenzel, der als niedersächsischer Umweltminister an den deutschen Küsten mit der Meeresvermüllung zu tun hat, meinte nach der Sitzung in Berlin: "Die Anstrengungen zur Vermeidung von Plastik in der Verpackungsindustrie, bei der Bekleidung, bei Haushaltsartikeln und vielen Alltagsgegenständen müssen verstärkt werden. Der Dreiklang für den Meeresschutz lautet: Umweltgerechte Produktion, umweltgerechte behördliche Regeln und Maßnahmen - und umweltgerechtes Verhalten aller."

Die wichtigste "seeseitige" Abfallquelle in der Ostsee sei die Fischerei, teilte das Bundesumweltamt mit. "Man geht davon aus, dass jährlich bis zu 10 000 Stellnetze verloren gehen, die jahrelang herrenlos weiterfischen können." Auch soll verhindert werden, dass Fischereigeräte einfach im Meer entsorgt werden, dazu gibt es erste Gespräche mit der Fischereiindustrie. Vor allem in Pflege- und Kosmetikprodukten soll bald kein Mikroplastik mehr verwendet werden. Auch eine Selbstverpflichtung des Einzelhandels zur Reduktion von Plastiktüten soll dafür sorgen, Kunststoffabfälle zu vermeiden.

"Die Seeschifffahrt hat ihre Hausaufgaben zum Schutz der Meere gemacht", sagte Ralf Nagel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Reeder. "Strenge und weltweit gültige Vorschriften verbieten mittlerweile ausnahmslos, dass Plastik und anderer umweltgefährdender Müll über Bord geworfen wird. Wer dagegen verstößt, wird mit hohen Bußgeldern bestraft."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr