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Smartphone-Studie: Menschen essen total unregelmäßig

Wissenschaft Smartphone-Studie: Menschen essen total unregelmäßig

Aus Tierstudien weiß man, dass eine regelmäßige und zeitbeschränkte Nahrungsaufnahme Gesundheitsvorteile bringt. Doch für die Ernährung des Menschen fehlten bisher objektive Daten zu den Essenszeiten. Die sammelten Forscher jetzt via Smartphone ein.

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Für die Ernährung des Menschen fehlten bisher objektive Daten zu den Essenszeiten. Die sammelten Forscher jetzt via Smartphone ein.

Quelle: Jamie Simon/Salk Institute

La Jolla (dpa) - Frühstück, Mittagessen und Abendbrot innerhalb von zwölf Stunden - das war einmal. Zumindest in den USA essen die meisten Menschen heute völlig unregelmäßig und über einen Zeitraum von mehr als 15 Stunden hinweg.

Das zeigt eine Studie, für die US-Forscher erstmals die exakten Ernährungsdaten Freiwilliger sammelten - indem sie sie ihr Essen und Trinken fotografieren ließen.

Beschränkten einige übergewichtige Teilnehmer jedoch - ohne Auflagen bei der Kalorienmenge - ihre Essenszeit auf höchstens elf Stunden, nahmen sie ab, schreiben die Ernährungsforscher im Fachblatt "Cell Metabolism".

Für die Studie baten Wissenschaftler des renommierten Salk Instituts für Biologische Studien in La Jolla (Kalifornien) mehr als 150 Freiwillige, ihr Essen über drei Wochen hinweg zu fotografieren. Zugleich sammelten sie mittels einer App die zeitlich und örtlich exakten Ernährungsdaten der Teilnehmer ein.

"Bisher fragten die meisten Ernährungsstudien ja Frühstück, Mittagessen, Abendbrot und Snacks ab", erläutert Senior-Autor Satchidananda Panda. Durch die Foto-App hingegen gaben die Teilnehmer ihr tatsächliches Essverhalten weiter.

Demnach futterte mehr als die Hälfte der gesunden Erwachsenen sehr unregelmäßig und praktisch über die gesamte Wachphase hinweg. Nur ein Viertel der Kalorienmenge nahmen die Teilnehmer bis zum Mittag zu sich, dafür mehr als ein Drittel nach 18 Uhr. Für zusätzliches Durcheinander sorgte die Verschiebung zwischen Werktagen und Wochenende. "Auch der Kontext der Fotos sprach Bände", sagt Shubhroz Gill. So seien Mahlzeiten am Klavier, im Bett, auf der Fernseh-Couch oder beim Tanken eingenommen worden.

Einblicke gab es auch in US-amerikanische Ernährungsvorlieben: morgens gerne Milchkaffee und Yogurt, tagsüber Tee, Sandwiches und Burger, abends dann Alkohol, Gemüse und Eiscreme. Schokolade und jede Art Süßkram wurden bereits am Vormittag ab 10 Uhr dokumentiert.

Acht übergewichtigen Teilnehmern machten die Forscher dann das Angebot, mit Hilfe der App ihre Essenszeiten über 16 Wochen hinweg auf zehn bis elf Stunden zu beschränken - ohne irgendwelche Auflagen bei Kalorienmenge zu machen. Wöchentlich bekamen die Teilnehmer rückwirkend ihr Ernährungsprofil zugeschickt. Das Ergebnis: Nach 16 Wochen hatten sie im Schnitt 3,5 Prozent ihres Gewichts verloren, und gaben auch an, besser zu schlafen.

"Trotzdem sollte man nun nicht den Schluss ziehen, dass eine Änderung der Esszeiten die einzige Methode ist, seine Gesundheit zu verbessern", betonte Panda.

Krankhaftes Übergewicht ist ein großes Problem: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Adipositas (Fettleibigkeit) als weltweite Epidemie. 1,9 Milliarden Erwachsene (39 Prozent) gelten als übergewichtig, ein Drittel davon als fettleibig. Betroffene leiden oft an Diabetes, Bluthochdruck und Gelenkproblemen.

Der Anteil der krankhaft Übergewichtigen liegt einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge in den USA bei 34 Prozent aller Erwachsenen, in Deutschland bei 15 und in Japan bei 4. Bei den Kindern sind zunehmend solche aus armen und Schwellenländer betroffen.

dpa

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