Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Staaten bei Atomtests erwischen: UN nutzen deutsche Software

Wissenschaft Staaten bei Atomtests erwischen: UN nutzen deutsche Software

Deutsche Technik hilft im Indischen Ozean schon länger dabei, mit präzisen Tsunami-Warnungen Menschenleben zu retten. Jetzt haben die Vereinten Nationen die Software für ganz andere Zwecke entdeckt.

Voriger Artikel
Extrem-Tiefflüge: "Rosetta" soll nah wie nie an "Tschuri" heran
Nächster Artikel
Korallenmeer birgt einzigartiges Leben

Nach der Tsunami-Katastrophe von 2004 hatten die Potsdamer Forscher fünf Jahre lang an der Software gearbeitet.

Quelle: Maurizio Gambarini/ Archiv

Potsdam. Mit einem Computerprogramm aus Deutschland, das ursprünglich zur Vorhersage von Tsunamis entwickelt worden ist, wachen die Vereinten Nationen nun international über Atomtests.

"Mit Stolz erfüllt uns die Tatsache, dass die UN-Organisation für die Überwachung des vollständigen Atomwaffenteststopp-Abkommens in Wien die GFZ-Software für den Einsatz an den nationalen Datenzentren ausgewählt hat", sagte der Wissenschaftliche Vorstand des Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam, Reinhard Hüttl.

Nach der Tsunami-Katastrophe von 2004 hatten die Potsdamer Forscher fünf Jahre lang an der Software SeisComP3 gearbeitet. "Das war faktisch eine Neuentwicklung", sagte GFZ-Sprecher Franz Ossing. Das Programm ist an Warnzentren im Indischen Ozean im Einsatz. Vorher hätten Systeme sehr lange dafür gebraucht, Daten zu liefern. Man müsse aber schnell reagieren. Das GFZ-Programm kann bei heftigen Erschütterungen in nur wenigen Minuten Zeit, Ort und Stärke eines Bebens bestimmen. Noch während eines Ereignisses würden Daten zum Ausmaß geliefert. "Die Auswertung am Ende weicht nicht wesentlich von diesen Daten ab. SeisComP3 hat sich laut GFZ zum globalen Standard entwickelt.

Zusätzlich zu dieser Verwendung in der Katastrophenabwehr erfasst die Software nun im Dienst der Atomteststopp-Behörde unter anderem unterirdische Tests. Die Software wurde laut GFZ 2015 für diese Zwecke erweitert, damit sie von diesem Jahr an zur Verfügung steht. Auch GFZ-Sensoren hatten dank der Spezial-Technik am 6. Januar elf Minuten nach der Explosion in Nordkorea präzise Messungen in einer Station in Sachsen-Anhalt verzeichnet. Es wurde ein Beben mit der Magnitude 5,3 am Testgelände von Punggye Ri registriert.

Mit einem dichten Netz von Messstationen überwacht die UN-Behörde CTBTO seit fast 20 Jahren das vereinbarte Teststopp-Abkommen. Der Vertrag ist allerdings formell noch nicht in Kraft getreten, weil ihn erst 44 Staaten mit Atomtechnologie ratifizieren müssen. Bisher sind es nur 41. Unter anderem fehlen noch die USA, Indien und China.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipziger Buchmesse

    Rückblick auf die LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse 2017. Alle Gespräche noch einmal ansehen! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Die XL - Leipzigs neue Straßenbahn
    Malaktion

    Erfahren Sie im Special zur neuen XL-Bahn der Leipziger Verkehrsbetriebe alle interessanten Neuigkeiten - Termine, Events und Informationen zu den... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr