Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Stammzellentechnik soll fast ausgestorbenes Nashorn retten

Wissenschaft Stammzellentechnik soll fast ausgestorbenes Nashorn retten

Es ist eines der bedrohtesten Tiere der Welt: das Nördliche Breitmaulnashorn. Nur noch drei Exemplare gibt es, sie pflanzen sich aber leider nicht fort. Nun haben Forscher eine Idee.

Voriger Artikel
Flüchtlinge - Unis erwarten hohen Beratungsbedarf
Nächster Artikel
2015 gehört auch in Deutschland zu den wärmsten Jahren

Moderne Stammzelltechnik soll das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben bewahren.

Quelle: Daniel Irungu

San Diego/Berlin. Modernste Stammzellentechnik könnte die Rettung für das extrem seltene Nördliche Breitmaulnashorn sein. Damit will ein internationales Forscherteam das Nashorn, von dem es weltweit nur noch drei Exemplare gibt, vor dem Aussterben bewahren.

Die Wissenschaftler wollen sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) zu Keimzellen - also Spermien und Eizellen - ausreifen lassen, wie das beteiligte Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin mitteilte. Die iPS können beispielsweise aus Nashornhaut gewonnen werden. Zudem gibt es natürliche Keimzellen der drei noch lebenden Tiere.

Nach einer künstlichen Befruchtung könnte dann eine Leihmutter fortpflanzungsfähige Breitmaulnashorn-Babys austragen. "Ein Erfolg bietet neue Möglichkeiten im Kampf gegen das rasante, vom Menschen verursachte Artensterben", so das IZW.

Auf einer Expertenkonferenz in Wien im Dezember war das Verfahren diskutiert worden. Dort nahm auch der japanische Stammzellforscher Katsuhiko Hayashi (Kyushu Universität) teil, dem es bereits gelang, aus einfachen Hautzellen ganze Mäuse zu züchten. Dieses Modell soll nun auf das Nördliche Breitmaulnashorn übertragen werden.

Nachdem in diesem Jahr zwei Nashörner in den Zoos von San Diego (Kalifornien) und im tschechischen Dvur Kralove gestorben sind, leben nur noch in Kenia drei Exemplare der Art, das Männchen "Sudan" und zwei Weibchen. Das Alter der Tiere und Schwierigkeiten bei deren Fortpflanzung machen eine Vermehrung auf natürlichem Wege jedoch sehr unwahrscheinlich. Noch im Sommer hatte ein Tierarzt aus Südafrika vergeblich versucht, mit entnommenen Eizellen und Sperma eine künstliche Befruchtung herbeizuführen.

Das Erbgut von einem Dutzend Nördlicher Breitmaulnashörner wird jedoch bereits in Genbanken in San Diego und Berlin aufbewahrt. Als Nashorn-Leihmütter könnten Südliche Breitmaulnashörner eingesetzt werden. Im kommenden Jahr wollen die Forscher über den Fortgang des Rettungsplanes informieren.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Erdbeer-Karte

    Sommerzeit ist Erdbeerzeit. Wollen Sie die süßen Früchte selber pflücken oder lokal kaufen? Wir verraten Ihnen, wo Sie Erdbeeren bekommen. Außerdem... mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Die XL - Leipzigs neue Straßenbahn
    Malaktion

    Erfahren Sie im Special zur neuen XL-Bahn der Leipziger Verkehrsbetriebe alle interessanten Neuigkeiten - Termine, Events und Informationen zu den... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr