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Umweltbundesamt warnt vor Schäden der Meerestiere durch Mikroplastik

Umwelt Umweltbundesamt warnt vor Schäden der Meerestiere durch Mikroplastik

Reste von Plastikflaschen oder alte Fischernetze können Meerestiere das Leben kosten. Jährlich landen Millionen von Tonnen Plastikmüll im Meer. Vieles davon zerbröselt in winzige Teilchen, die auch schädlich sind. Eine Studie untersucht die Quellen der Partikel.

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Müll aus der Ostsee liegt auf dem Gelände des Meeresmuseums Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern). Plastik und alte Fischernetze kosten viele Meerestiere das Leben.

Quelle: Stefan Saue

Dessau-Roßlau/Berlin (dpa) - Bis zu 30 Millionen Tonnen Plastikmüll landen nach Auskunft des Umweltbundesamtes jährlich in den Weltmeeren. Etwa 3,5 bis 5,7 Millionen Tonnen kommen demnach allein aus Europa. Viele Tiere sterben, wenn sie den Müll aus Versehen fressen oder sich in ihm verfangen.

Für über 660 Arten sei bekannt, dass der Müll negative Folgen habe, heißt in der Studie, die im Auftrag des Bundesamtes erstellt und am Dienstag veröffentlicht wurde. Schädlich ist der Plastikmüll auch dann noch, wenn er durch Wind, Wetter und Gezeiten stark zerkleinert wurde.

"Mikropartikel, deren Größe kleiner als fünf Millimeter ist, können ... genauso wie größere Kunststoffteile zu mechanischen Verletzungen des Verdauungstraktes führen, die Verdauung

 

behindern sowie die Nahrungsaufnahme blockieren", schreiben die Studienautoren. Zudem könnten sie giftig sein oder hormonähnlich wirken.

Vom Gewicht her spiele der große Plastikmüll - von der Tüte bis zum Fischernetz - die weitaus wichtigste Rolle auch bei den Mikropartikeln. Allein in der Europäischen Union werden nach Studienangaben zusätzlich jährlich schätzungsweise rund 3100 Tonnen Mikroplastik in Kosmetikprodukten verarbeitet. Ihr Anteil an der Umweltbelastung sei "mengenmäßig gering, aber überflüssig", heißt es in der Studie.

In weitaus größerem Maße werden die kleinen Partikel in Kunststoffwachsen verwendet, die etwa zum Schutz von Früchten oder Oberflächen in der Leder-, Möbel- und Autopflege genutzt werden. Hier schätzen die Autoren den deutschlandweiten Verbrauch auf jährlich 100 000 Tonnen. Welche Mengen dieser Mikropartikel allerdings in die Kanalisation oder in die Oberflächengewässer und damit auch in die Meere gelangen, ist nicht bekannt. Hier besteht nach Angaben der Studienautoren eine große Wissenslücke.

Angesichts der großen Mengen an Plastikmüll raten sie, den Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt generell viel drastischer zu reduzieren. Die Bundesregierung will die Vermüllung der Meere eindämmen und hat mit anderen EU-Staaten ein Forschungsprogramm mit einer Gesamtfördersumme von 7,5 Millionen Euro gestartet.

Mehr als 270 Millionen Tonnen Plastik treiben nach Regierungsangaben auf den Weltmeeren - allein im Nordpazifik eine Fläche so groß wie Deutschland und Frankreich.

dpa

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