Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Weckdienst durch den ranghöchsten Gockel

Wissenschaft Weckdienst durch den ranghöchsten Gockel

Beim morgendlichen Kikeriki der Hähne bestimmt der Chef-Gockel die Weckzeit. In der Morgendämmerung krähe stets der Hahn zuerst, der in der Hackordnung am höchsten steht, schreiben japanische Wissenschaftler im Fachmagazin "Scientific Reports".

Voriger Artikel
Drei Raumfahrer gelangen mit Verzögerung zur ISS
Nächster Artikel
Nasa-Wissenschaftler entdecken "Cousin" der Erde

Ein Hahn in artgerechter Haltung, aufgenommen in Groß Stresow.

Quelle: Stefan Sauer

Nagoya. Die Artgenossen folgen nach einigen Sekunden und krähen weniger häufig als der Anführer, berichtet das Team um Tsuyoshi Shimmura der Universität in der japanischen Stadt Nagoya.

"Das Krähen eines Hahns hat die Menschen über die Ankunft des Morgens seit der Indus-Kultur (2600 bis 1800 vor Christus) unterrichtet und dieser Laut symbolisiert den Anbruch der Morgendämmerung in vielen Kulturen", schreiben die Forscher.

Vor zwei Jahren wiesen Shimmura und seine Kollegen bereits nach, dass das erste Kikeriki des Tages von der inneren Uhr (dem circadianen Rhythmus) der Hähne gesteuert wird. Licht oder andere äußere Reize seien für das Auslösen des morgendlichen Rufes nicht nötig. Nun untersuchten sie die soziale Komponente des Krähens.

Die Zoologen bildeten drei Gruppen mit je vier Hähnen aus einer Zuchtlinie. Sie beobachteten die aggressiven Begegnungen der Hähne untereinander und erstellten daraus eine soziale Rangordnung. Außerdem maßen sie über implantierte Sensoren die Körpertemperatur der Tiere, woraus sie die biologische Uhr jedes einzelnen Tiers bestimmten. Zwei Wochen lang verbrachten die Hähne je zwölf Stunden bei hellem und stark gedämpftem Licht, anschließend zwei Wochen lang rund um die Uhr nur bei Minimalbeleuchtung.

In allen drei Gruppen krähte der ranghöchste Hahn morgens als erster und am häufigsten. Die anderen Hähne krähten mit abnehmendem sozialem Rang weniger oft. Wurde der Chef aus der Gruppe entfernt, stieg der zweithöchste Hahn auf und krähte fortan als erster und so häufig wie sein Vorgänger.

Dabei hing der Kräh-Start nicht direkt davon ab, wann das Licht eingeschaltet wurde. Bei ununterbrochen stark gedämpftem Licht verschob sich das erste Kikeriki entsprechend der inneren Uhr des ranghöchsten Hahns. Sie hat selten genau 24 Stunden und schwankte in dem Experiment der Japaner zwischen 23,2 und 24,5 Stunden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissenschaft
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr