Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Chip, chip hurra: Wie der Motor zu mehr Leistung kommt

Verkehr Chip, chip hurra: Wie der Motor zu mehr Leistung kommt

Mechanisches Tuning, Chiptuning oder zusätzliche Komponenten: Für das Optimieren eines Motors gibt es viele Möglichkeiten. Doch nicht alles ist für den Motor gesund.

Voriger Artikel
S-Pedelecs: Motorradhelme nicht gut geeignet
Nächster Artikel
Ungarn und Serbien: Falsche ADAC-Pannenhelfer unterwegs

Dieses Gerät lässt sich an Sensoren wie etwa zur Ladedruckmessung oder Kraftstoffeinspritzung anschließen, um die optimierten Daten ans Motorsteuergerät weiterzuleiten. Foto: DTE Systems GmbH

München. Über einige PS mehr unter der Motorhaube würde sich so mancher freuen. Doch dafür ein neues Auto zu kaufen, ist für viele zu teuer. Eine andere Möglichkeit zu mehr Leistung und Drehmoment zu kommen, steckt im Motortuning.

Dabei gibt es verschiedene Varianten - und nicht alle sind legal. Als klassisches Motortuning bezeichnen Experten das Bearbeiten von Ansaugtrakt, Nockenwelle, Vergaser oder Einspritzung. Beim elektronischen Tuning, auch Chiptuning genannt, wird die Leistung über eine geänderte Software oder ein zusätzliches Steuergerät erhöht. Mit neuen Komponenten wie Turbolader, Kompressoren und speziellen Ansaug- und Auspuffanlagen lässt sich die Leistung weiter steigern.

In der Regel soll Motortuning mehr Motorleistung bringen. Das kann beispielsweise durch eine größere Menge an Benzin-Luftgemisch oder durch eine Drehzahlerhöhung passieren, sagt Thomas Caasmann von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Es gebe jedoch auch so genanntes Öko-Tuning, bei dem die Motorsteuerung verbrauchsoptimiert wird, ohne dabei das Abgasverhalten zu verschlechtern.

"Prinzipiell geht es beim Tunen ums Verbessern, nichts anderes bedeutet das englische Wort 'tunen'", sagt Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Was sinnvoll ist, entscheidet letztlich der Kunde: "Will er nach dem Motortuning einen anderen Drehmomentverlauf, mehr Spitzenleistung oder etwa weniger verbrauchen?" Mechanisches Motortuning werde eher bei teuren High-End-Motoren betrieben.

"Aus heutiger Sicht spielt nur noch die elektronische Motoroptimierung eine gewisse Rolle", sagt Harald Schmidtke vom Verband der Automobiltuner (VDAT). Beim Chiptuning werde im Steuergerät eine neue Software eingespielt, die das Kennfeld unter anderem für Zündung und Kraftstoff ändert. Dadurch erhalte der Motor mehr Leistung. Eine Alternative dazu: Mehrkanal-Zusatzsteuergeräte, welche die modifizierten Daten ans Motorsteuergerät weitergeben. Die Mehrleistung liege meist zwischen 15 und 20 PS. "In diesem Bereich muss die Bremsanlage in der Regel noch nicht angepasst werden", sagt Schmidtke.

Einer beworbenen Mehrleistung von mehr als 20 Prozent sollten Kunden skeptisch gegenüberstehen. Zumindest dann, wenn kein Upgrade an der Motorperipherie benannt wird. Dazu zählen unter anderem ein größerer Ladeluftkühler oder Turbolader. Hochwertiges Tuning erkennen Kunden daran, dass ein Prüfbericht oder Teilegutachten mit ausgeliefert wird. Schmidtke rät Kunden, die Motoroptimierung in die Fahrzeugpapiere eintragen zu lassen und die Versicherung über die Änderung zu informieren. So könnten Einschränkungen im Schadensfall vermieden werden.

"Die Hersteller bauen zwar genügend Sicherheitsreserven ein", sagt Jürgen Bente. Werden die aber überschritten, gehe das zu Lasten der Zuverlässigkeit. Die Grenze stelle die Zulassung des Fahrzeugs dar: "Die Maßnahmen müssen sich im gesetzlichen Rahmen bewegen, eine ABE oder Einzelabnahme haben."

Die Grenze beim Tuning liegt nach Meinung der Experten nicht nur bei der Haltbarkeit des Motors, sondern beim Abgas- und Geräuschverhalten. Deshalb werde das Tunen von Motoren in Zukunft auch immer komplizierter. "Je strenger die Abgasnormen werden, desto schwieriger wird es für die Tuner, die Leistung anständig zu steigern", sagt Bente.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr