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Die Werkstatt der Zukunft: Das Auto spricht mit dem Meister

Verkehr Die Werkstatt der Zukunft: Das Auto spricht mit dem Meister

Die Datenautobahn wird schneller. Autos vernetzen sich, und auch in den Kfz-Werkstätten schreitet die Digitalisierung voran. Nicht mehr lange, dann meldet sich das Auto allein zum Service an. Den notwendigen Mobilfunkanschluss haben bereits heute viele Autos.

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Automatischer Hilferuf: Ab 2018 ist er für Neuwagen Pflicht. Auch heute können schon einige Modelle bei einem Unfall über den Hilferuf eCall Rettungskräfte alarmieren. Foto: Andrea Warnecke

Bonn. "Hallo Werkstatt, ich bin’s, das Auto." Was nach einem frühen Science-Fiction-Film klingt, ist beinahe Realität. Die Kommunikation zwischen Auto und Autohaus nimmt zu. Daten bestimmen immer stärker den Alltag in den Werkstätten. Fehlercodes ersetzen den Ölstab und das Messgerät.

Bereits heute normal: Bei einer Inspektion werden über eine Standard-Schnittstelle Daten im Rahmen einer Fahrzeugdiagnose ausgelesen. Immer mehr Autos verfügen aber bereits über eine fest eingebaute SIM-Karte. Mit ihr kommunizieren sie via Mobilfunk mit der Werkstatt und übertragen technische Daten bis hin zur Anzahl der Insassen, was etwa bei einem Unfall über die Airbag-Sensoren registriert werden kann.

Einen automatischen Datenfluss gibt es ab 2018 bei der Notruf-Funktion, dem eCall. "Bei allen anderen Anwendungen muss der Autobesitzer zunächst zustimmen, dass Daten seines Autos über die SIM-Karte verschickt oder empfangen werden dürfen", sagt Nicolaus Gollwitzer, Leiter des globalen Telematik-Bereichs bei Vodafone. Zusammengefasst wird diese Kommunikation unter dem Begriff Telematik. Ist man einverstanden, kann sich zwischen dem Auto auf der einen Seite sowie Hersteller und Werkstatt auf der anderen Seite ein reger Austausch entwickeln. BMW etwa verschickt über die SIM-Adresse Updates für sein Navigationssystem.

Umgekehrt können Werkstätten die Fehlercodes des Autos empfangen. "Werden bestimmte Fehlercodes priorisiert, meldet das Fahrzeug dies automatisch dem Servicebetrieb, und der wiederum kann den Kunden wegen eines Termins kontaktieren", erzählt Gollwitzer. Zum Termin sind dann eventuell notwendige Ersatzteile bereits am Lager. "Der gesamte Werkstattablauf kann besser geplant werden, und der Kunde erhält schon bei der telefonischen Terminvereinbarung eine genauere Kosteneinschätzung", sagt Joseph Schloßmacher von Audi.

"Die Arbeit am Fahrzeug selbst wird sich nicht groß verändern, die Werkzeuge und Servicegeräte hingegen entwickeln sich weiter", sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Die Mechatroniker in den Werkstätten werden künftig in der Lage sein, mehr Arbeiten sozusagen per Fernwartung zu erledigen. Unter dem Strich spart der Autofahrer Zeit. "Reparaturen können statt nach festen Wechselintervallen noch mehr nach Bedarf ausgeführt werden, was die Kosten für Wartung und Reparatur sinken lassen kann", erläutert Johannes Boos vom ADAC.

Noch gibt es keine einheitliche Telematik-Plattform, weshalb Autobesitzer meist noch auf das Werkstattnetz ihrer Marke angewiesen sind. ADAC und ZDK fordern eine standardisierte Plattform. "Falls die Telematik-Schnittstelle von einem einzigen Interessensvertreter, zum Beispiel einem Fahrzeughersteller kontrolliert wird, gibt es keine Wahlfreiheit für den Verbraucher", warnt Boos. "Der Kunde soll darüber entscheiden, welchem Anbieter er Zugang zu seinem Fahrzeug gewähren will", meint auch Köster.

Vor allem viele Mittel- und Oberklassefahrzeuge laufen heute mit eingebauter SIM-Karte vom Band. Von den Standortdaten via App über einen Werkstatt-Button bis zum WLAN-Hotspot ist vieles schon möglich. Spätestens mit Einführung des eCall-Systems 2018 werde die Zahl der SIM-Karten noch einmal deutlich steigen und damit auch die Verbreitung von Telematik-Diensten zunehmen, meint der ADAC.

dpa

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