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Geschönter Gebrauchter: Woran man Tacho-Betrug erkennt

Verkehr Geschönter Gebrauchter: Woran man Tacho-Betrug erkennt

Da steht es nun, das Wunschauto. Es hat kaum Kilometer auf dem Tacho und ist vergleichsweise günstig. Spätestens in diesem Moment sollten Gebrauchtwagenkäufer skeptisch werden.

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Am Tacho gedreht: In Deutschland haben viele Gebrauchtwagen falsche Kilometerstände.

Quelle: Roland Weihrauch

München. In jedem dritten Auto aus zweiter Hand soll nach Schätzungen des ADAC der Kilometerstand geschönt sein.

"Für Laien ist es schwierig, den Betrug aufzudecken", sagt Philipp Schreiber, Technikexperte vom Tüv Süd. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, manipulierten Autos auf die Schliche zu kommen.

 

Marodes Cockpit: Der Tacho zeigt gerade mal 20 000 Kilometer. Doch das Lenkrad ist abgenutzt, die Sitze sind stark eingesessen und die Pedalauflagen verschlissen. "Das sind Indizien, die auf eine Manipulation hindeuten", sagt Philipp Schreiber. Andererseits kann auch eine einwandfreie Innenausstattung täuschen. "Viele Betrüger ersetzen Bauteile wie das Lenkrad vor dem Verkauf", so Schreiber.

 

 

Verdächtiger Ölwechsel: Unter der Motorhaube kann ein Aufkleber über den nächsten Ölwechsel informieren. "Wenn das Öl bei 180 000 Kilometern ausgetauscht werden muss und der Tacho 100 000 Kilometer zeigt, stimmt etwas nicht", so Schreiber. In der Regel muss Motoröl alle 30 000 Kilometer gewechselt werden. Dass der Tacho zurückgedreht wurde, liegt in diesem Fall nahe.

 

 

Inspektionsheft: Ein lückenlos geführtes Serviceheft listet in der Regel alle Reparaturen und Hauptuntersuchungen auf - inklusive

Kilometerstände. Besitzt der Verkäufer kein Inspektionsheft, sollte er mindestens HU-Berichte oder Reparatur-Rechnungen vorweisen können. Andernfalls ist vom einem Kauf abzuraten.

 

 

Gebrauchtwagencheck: Interessenten sollten auf einen Gebrauchtwagencheck bestehen, wenn der Verkäufer keine Gebrauchtwagen-Garantie vorweisen kann. Werkstätten, der ADAC oder Prüforganisationen wie Dekra und Tüv bieten solche Inspektionen an. Begutachtet werden unter anderem Innenraum, Motor und Getriebe, Abgas- und Bremsanlage, Unterboden sowie Räder und Achsen. Ob der Zustand des Fahrzeugs zum Kilometerstand passt, lässt sich relativ zuverlässig ermitteln.

 

 

Die zweite Chance: Der neue Gebrauchte fährt nicht so, wie er soll. Kommt der Verdacht auf einen manipulierten Tacho auf, sollten sich Betroffene an einen Kfz-Sachverständigen wenden. Stellt er einen manipulierten Kilometerstand fest, sind die Chancen gut, das Geld wiederzubekommen. Autohändler haften nach Angaben des ADAC ein Jahr lang. Private Verkäufer nicht, es sei denn, sie haben den Tacho-Betrug arglistig verschwiegen.

dpa

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