Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Neuwagen aus dem Netz: Online informieren, offline kaufen

Verkehr Neuwagen aus dem Netz: Online informieren, offline kaufen

Im Internet gibt es alles - auch nach neuen Autos muss man nicht lange suchen. Viele Portale werben mit satten Rabatten für alle Marken. Wie funktionieren die Online-Deals? Was ist zu beachten?

Voriger Artikel
Rücksichtslos im Verkehr: Radler ärgern sich über Autofahrer
Nächster Artikel
Ohne Auto in den Urlaub: Schlüssel bei Freunden deponieren

Profitieren von Prozenten: Vermittlungsportale im Internet versprechen hohe Rabatte für neue Autos. Foto: Andrea Warnecke

Bonn. Die Nachlässe klingen verführerisch: 22 Prozent auf einen 2er BMW. Bis zu 30 Prozent auf den Golf 7, und sogar 40 Prozent sollen beim Opel Insignia drin sein. Vermittlungsportale wie Carneoo, Autohaus24 oder MeinAuto versprechen hohe Rabatte für neue Autos.

Allerdings kalkulieren die Anbieter hier oft ein Modell mit einer besonders günstigen Konfiguration. "Wer dann sein persönliches Traumauto zusammenstellt, landet häufig bei deutlich niedrigeren Rabatten", sagt Antje Woltermann vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Aber die Online-Anbieter sorgen für Preisdruck im Kfz-Gewerbe. Denn der Kunde sei dadurch besser informiert denn je. "Die Kunden konfigurieren und rechnen im Internet und gehen dann mit sehr klaren Vorstellungen zu ihrem Händler vor Ort", sagt Woltermann.

Diese Transparenz hält der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen für einen wichtigen Schritt in Sachen Verbraucherfreundlichkeit. "Durch das Internet sind die verdeckten Prämien, die ein Händler vom Hersteller erhält, endlich sichtbar geworden", sagt Dudenhöffer.

Genau genommen geht es bei den gängigen Neuwagenportalen um Anbahnungen. Wer sich dort ein Auto konfiguriert, wird am Ende an einen stationären Händler vermittelt. Denn die Portale selbst verkaufen keine Autos. Für ihre Dienstleistung als Vermittler erhalten sie aber von dem jeweiligen Autohaus eine Provision, ähnlich wie ein Versicherungsmakler. Für den Autokäufer entstehen durch die Vermittlung in der Regel aber keine zusätzlichen Kosten.

Daniela Mielchen, Fachanwältin in der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins, rät jedoch, sich die Geschäftsbedingungen genau anzuschauen. Man sollte immer auf versteckte Gebühren und zusätzliche Kosten achten. "Denn nicht immer ist der Preis, mit dem geworben wird, auch der endgültige Kaufpreis", sagt die Anwältin. Denn gerade durch Zubehör-, Überführungs- oder Lieferkosten könne der Kaufpreis vom Angebot abweichen.

Abstriche in Sachen Garantie oder Qualität muss der Kunde aber nicht machen. "Letztlich landet man ja bei einem niedergelassenen Händler und macht auch mit diesem den Vertrag", sagt Dudenhöffer, "insofern hat man immer auch die vollen Garantieansprüche eines Neuwagens".

Der Live-Eindruck fehlt allerdings: "Stoffe, Oberflächenmaterialien und Lacke lassen sich online sicherlich nicht so gut vergleichen wie am lebenden Objekt", sagt Constantin Hack vom Auto Club Europa. Beim Vermittlungsportal kann es außerdem passieren, dass der betreffende Händler am anderen Ende von Deutschland sitzt. Dann müssen zusätzlich Zeit und Geld für die Abholung kalkuliert werden. Die räumliche Nähe zum Händler sei nach wie vor ein großer Vorteil.

Das lasse sich auch an den vergleichsweise kleinen Vermittlungsraten der Online-Portale ablesen. "Bei rund 3,2 Millionen Neuzulassungen pro Jahr gehen höchstens 100 000 auf Internet-Vermittlungen zurück", schätzt Woltermann.

Ferdinand Dudenhöffer rät in jedem Fall dazu, die Internetangebote zu nutzen, um besser informiert zu sein. Durch sie sei klar, wie viel Luft tatsächlich nach oben ist. "Mein Tipp: auf jeden Fall online konfigurieren und einen Endpreis ermitteln." Der Händler vor Ort weiß dann, dass er es mit einem gut informierten Kunden zu tun hat.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr