Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Rat für Radlose: Der Verzicht aufs Reserverad

Verkehr Rat für Radlose: Der Verzicht aufs Reserverad

Das Reserverad hat in vielen Autos inzwischen ausgedient. Mit einem Plattfuß muss man daher zu anderen Hilfsmitteln greifen: Notrad oder Nothilfe-Reparatur-Sets. Wer sich die Hände gar nicht schmutzig machen will, hat aber noch eine weitere Alternative.

Voriger Artikel
Vorbereitung auf MPU: Berater gut aussuchen
Nächster Artikel
Der renovierte Nissan GT-R: Nippon-Sportler mit 315 km/h

Was nun? Noch vor einigen Jahren wäre eine Reifenpanne ein Fall für Wagenheber und Ersatzrad gewesen, heute geht es mitunter auch anders. Foto: Chromorange/M. Weber

München. Noch vor 20 Jahren gehörten Reserverad und Wagenheber zum Standard bei Neuwagen. Heute verzichten viele Hersteller darauf und legen ein Reparatur-Kit in die Reifenmulde im Kofferraum. Einer der Hauptgründe: immer weniger Reifenpannen.

"Im Schnitt erwischt es jeden Autofahrer nur alle zehn Jahre", sagt Ruprecht Müller vom ADAC. Weil ein Reserverad aber auch viel Platz wegnimmt und durch zusätzliches Gewicht Mehrverbrauch bedeute, verzichten viele Hersteller inzwischen darauf. Ein weiterer Grund: die immer größeren Abmessungen der Räder.

"Vor zwei Jahrzehnten hatten wir selbst in der oberen Mittelklasse häufig Formate wie 175/60 auf 15-Zoll-Felgen", sagt Josef Schloßmacher von Audi. "Heute gibt es selbst bei Klein- und Kompaktwagen nicht selten Radgrößen von bis zu 18 Zoll mit 225er-Bereifung". Das erschwere auch die Handhabung.

Als Alternative haben sich Reparatursets, sogenannte Tire-Kits, durchgesetzt. Hier wird ein Dichtmittel mithilfe eines kleinen Kompressors in den Reifen geblasen. "Diese Reifenreparatursets ermöglichen eine komfortable und sichere Schnellreparatur sowie anschließend die Weiterfahrt mit maximal 80 km/h in die Werkstatt", sagt Schloßmacher. Aber "die Anwendung ist mitunter schwierig, weil bei manchen Sets der komplette Ventilansatz herausgenommen werden muss", sagt Müller.

Laut Klaus Engelhart vom Reifenhersteller Continental können Dichtmittel-Kits Beschädigungen bis zu einem Durchmesser von sechs Millimetern abdichten. Wichtig ist aber, dass Autofahrer nach dem Einbringen des Dichtmittels und dem Aufpumpen auf den Mindestluftdruck sofort weiterfahren, damit sich das Dichtmittel im Reifen verteilen und der Abdichtvorgang starten kann. Nach rund zehn Minuten sollte der Luftdruck dann erneut kontrolliert und nachjustiert werden.

Als Alternative kann ein Notrad dienen. Es ist schmaler als ein normales Reserverad und braucht so weniger Platz im Kofferraum. "Das ist ein klassischer Kompromiss, bei dem man allerdings auch selbst Hand anlegen muss", sagt Müller. Aber es bleibt das Sicherheitsrisiko, das mit einem Radwechsel am Fahrbahnrand einhergeht. Außerdem muss ein Notrad immer über einen recht hohen Luftdruck verfügen, der deutlich über dem sonst üblichen von rund 2,5 bar liegt. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 80 km/h begrenzt.

Eine dritte Möglichkeit bieten sogenannte Notlaufreifen, besser bekannt als Run-Flat-Tires. "Diese Reifen verfügen über eine verstärkte Flanke, wodurch verhindert wird, dass der Reifen bei einem Luftverlust zusammenfällt", sagt Müller. Die Weiterfahrt ist daher trotz Plattfuß möglich. Montiert werden dürfen diese Reifen jedoch nur, wenn sie vom Autohersteller für seinen Typ auch freigegeben wurden. Außerdem muss das Auto über ein Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) verfügen. Denn ein schleichender Plattfuß kann bei einem Run-Flat-Tire ansonsten unbemerkt bleiben.

"Der Nachteil ist ihr höheres Gewicht, ihr etwas geringerer Komfort und der leicht erhöhte Rollwiderstand", sagt Engelhart. Zudem kostet die Run-Flat-Variante eines Reifens rund 40 bis 50 Euro mehr, wobei die Modellauswahl generell geringer ist.

Vorgeschrieben sind Reserverad, Notrad oder ein Reparatur-Kit übrigens nicht. Rechtsanwältin Daniela Mielchen rät aber, entsprechende Pannenhelfer in ordnungsgemäßem Zustand an Bord zu haben. "Man riskiert sonst unter Umständen ein Bußgeld wegen eines unzulässig langes Liegenbleiben an verbotener Stelle, wie etwa auf der Autobahn", so Mielchen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles
  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Der Leipziger Opernball „Moskauer Nächte“ lädt am 4. November aufs Parkett. Hier finden Sie Infos und Fotos zum Event. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr