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Rehe auf der Straße - Risiko besonders hoch in der Dämmerung

Verkehr Rehe auf der Straße - Risiko besonders hoch in der Dämmerung

Unfälle mit Wildtieren kommen häufiger vor, als manche Autofahrer meinen. Rund 3000 Verkehrsteilnehmer werden jährlich bei Unfällen mit Wildtieren verletzt - meist nur leicht.

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Obacht auf der Landstraße: Gerade in der Dämmerung ist die Gefahr für Autofahrer groß, dass Wildtiere über die Fahrbahn laufen.

Quelle: Julian Stratenschulte

München. Rund 3000 Verkehrsteilnehmer werden jährlich bei Unfällen mit Wildtieren verletzt - meist nur leicht. Doch manchmal endet der Zusammenstoß für Fahrzeuginsassen auch tödlich. "Vorsicht ist das ganze Jahr geboten, nicht nur im Frühjahr oder Herbst", sagt Hasso Suliak vom GDV.

Mit Beginn der Rehbrunft Mitte Juli wächst das Risiko von Wildunfällen noch. Die Ricke lockt mit Fiep-Lauten und einem aphrodisierenden Sekret den Bock. "Verliebte Rehe sind hormongesteuert und geraten bei ihrem Liebesspiel oft in Konflikt mit dem Straßenverkehr", sagt Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung. Keine andere Schalenwildart ist derart häufig in Wildunfälle verwickelt: Mehr als 200 000 Rehe verenden Jahr für Jahr bundesweit im Straßenverkehr.

"Generell gilt, dass man in Waldgebieten oder entlang von Feldern mit Wild rechnen muss", sagt Katharina Lucà vom ADAC. Autofahrer sollten deshalb ihre Geschwindigkeit anpassen und ausreichend Abstand halten. Gibt es eine Beschilderung, die vor Wildwechsel warnt, gilt doppelte Vorsicht, vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Auch Eva Goris rät besonders in der Dämmerung zur Vorsicht. Gerade im Sommer kommen die Tiere zum Fressen aus der Deckung, wenn es noch kühl ist. "Wenn Autofahrer ein Tier sehen, sollten sie mit mehreren rechnen. Denn die meisten Tiere sind im Rudel unterwegs", warnt Goris.

Wenn ein Tier auf der Straße oder am Straßenrand auftaucht, sollte man sofort abbremsen, abblenden und langsam vorbeifahren. "Einmal kurz hupen führt in der Regel dazu, dass die Tiere weglaufen und den Weg freimachen", sagt Katharina Lucà. Bei grellem Scheinwerferlicht verharren die Tiere dagegen oft regungslos.

Einen wirksamen Schutz gegen aufgescheuchte Tiere gibt es nicht. Sogenannte Wildwarner an der Fahrzeugfront oder im Motorraum sollen zwar durch Fahrtwind oder Strom ein Ultraschallsignal erzeugen und dadurch Tiere verscheuchen. Der tatsächliche Nutzen der Geräte ist aber umstritten.

Droht dennoch ein Zusammenstoß, gilt: Lenkrad festhalten und voll bremsen. Ausweichmanöver in letzter Sekunde sind riskant, denn sie enden nicht selten an einem Baum, im Gegenverkehr oder im Straßengraben. "Nach einem Wildunfall sollten Autofahrer sofort Warnblinker einschalten, Warndreieck aufstellen, gegebenenfalls Verletzte versorgen und die Polizei verständigen", erklärt Lucà. Die Polizei informiert dann den Revierinhaber, der das getötete oder verletzte Tier von der Straße nimmt. Auch wenn am Auto kein sichtbarer Schaden entstanden ist, muss der Jäger benachrichtigt werden.

Schon an der Unfallstelle sollten Autofahrer an die Schadensregulierung denken. Für die Versicherung ist eine Wildbescheinigung vom zuständigen Förster oder Jagdpächter Pflicht. Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Haarwild wie Rehe und Wildschweine verursacht werden, zahlt die Teilkaskoversicherung. Einige Versicherer haben ihren Schutz auf alle Wirbeltiere ausgeweitet.

dpa

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