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Teuer erkaufte Freiheit: Der Weg zum Motorradführerschein

Verkehr Teuer erkaufte Freiheit: Der Weg zum Motorradführerschein

Motorradfahren bedeutet für viele Spaß und Freiheit. Doch bevor man mit dem Zweirad über Landstraßen cruisen darf, müssen einige Hindernisse überwunden werden.

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Üben und für Gefahren sensibilisieren: Ein Fahrlehrer sollte seinen Schüler bewusst machen, dass Biker sich im Verkehr einer höheren Gefahr aussetzen. Foto: ADAC/Nils Hendrik Müller

Bonn. Wer heute mit einem Zweirad mit mehr als 125 ccm und 15 PS unterwegs sein will, benötigt einen Motorradführerschein der Klasse A2 oder A. Grundsätzlich müssen Fahranfänger die gleichen gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen wie beim Erwerb eines Pkw-Führerscheins.

Das heißt: einen Sehtest bestehen und körperlich einigermaßen fit sein. "Wenn man ab einem gewissen Alter nicht mehr das Bein über die Sitzbank gehoben bekommt, ist Motorradfahren vielleicht nicht mehr das richtige Hobby", sagt Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Der Preis für den Führerschein hängt maßgeblich von der Vorbildung des Fahrschülers ab. "Bei der Erstausbildung müssen Schüler je nach Talent mit zwischen 1300 und 1800 Euro rechnen", sagt Kurt Bartels vom Fahrlehrerverband Nordrhein-Westfalen. Auch die Dauer für die Motorradführerscheine Klasse A und A2 unterscheiden sich. Während die Aufstiegsprüfung auf die großen Maschinen in drei bis Wochen geschafft werden kann, benötigen Fahrschüler für die Komplettausbildung zwischen sechs Wochen und drei Monaten.

Nach dem theoretischen Unterricht legen die Schüler zwischen 10 und 20 Grundfahrstunden à 45 Minuten ab. "Motorradfahren unterscheidet sich vom Autofahren maßgeblich. Nicht nur das Reinlegen in Kurven muss geübt werden, sondern auch das Bremsen mit der Hand. Die Fahrphysik ist eine ganz andere", sagt Bartels. Danach folgen zwölf sogenannte besondere Ausbildungsfahrten, darunter fünf auf Landstraßen, vier auf Autobahnen und drei bei Dunkelheit.

Besonders das Fahren auf kurvigen Landstraßen werde in Fahrschulen geübt - denn dort seien hinterher auch die meisten Motorradfahrer unterwegs. Die Fahrschule sollte einige Kriterien erfüllen: eine gute Beratung, passende Sicherheitsrüstung und ein Motorrad, das man Probe sitzen darf. "Der Schüler sollte kontrollieren, ob die Maschine ergonomisch zu ihm passt", sagt Bartels. Außerdem sollte der Fahrlehrer für die Gefahren sensibilisieren, ohne ihn zu verschrecken. "Motorradfahrer setzen sich per se im Straßenverkehr einer höheren Gefahr aus, daran sollten sie immer denken."

Laut ADAC passieren immer wieder schwere Unfällen im Rahmen der Ausbildung. Der begleitende Fahrlehrer kann, anders als beim Auto, nicht oder nur schwer in das Geschehen eingreifen. "Deshalb sollte die Schutzausstattung für Motorradfahrschüler möglichst optimal sein", sagt Andreas Hölzel vom ADAC.

Einsteiger sollten entsprechend des vorhandenen Etats eine geschickte Aufteilung zwischen Motorradkosten und Ausstattungskosten anstreben. "Für eine einigermaßen gute Ausstattung müssen mindestens 1000 Euro kalkuliert werden", sagt Hölzel. In der Praxis hat sich die Kombination aus Lederhose und Textiljacke als komfortabelste und sicherheitstechnisch intelligenteste Lösung gezeigt. Leder kann hier die Haut besser schützen als viele, vor allem günstige Textilhosen.

"Beim Motorradfahren sollten junge Fahranfänger im realen Straßenverkehr insbesondere Umsicht walten lassen. Angesichts der fehlenden Knautschzone haben Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern schnell schwerwiegende Verletzungen zur Folge", sagt Hölzel. Ältere Wiedereinsteiger sollten ihre körperliche Fitness kritisch hinterfragen und im Zweifelsfall ärztlichen Rat einholen. "Neben Herz-Kreislauferkrankungen und Sehverschlechterung sind insbesondere auch Einschränkungen im Bewegungsapparat zu bedenken", sagt Hölzel. Sonst wird die erste Ausfahrt nach der bestandenen Prüfung nicht nur Freude, sondern zur Qual.

dpa

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