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Zusatzinstrumente im Auto: Mehr Infos zum Wohl des Motors

Verkehr Zusatzinstrumente im Auto: Mehr Infos zum Wohl des Motors

Peinliches Tuning oder sinnvolles Zubehör? An Zusatzinstrumenten im Auto scheiden sich die Geister. Nicht alles ist schlecht - aber auch nicht alles sinnvoll. Was ratsam ist und was eher nicht.

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Auf digitaler Fehlersuche: Programme fürs Smartphone wie Torque Pro können auch im Auto gespeicherte Fahrzeugfehler anzeigen.

Quelle: Ian Hawkins

Stuttgart. Moderne Autos behalten ihre Infos gerne für sich. Außer über Drehzahl und Wassertemperatur verraten die Bordinstrumente oft nicht viel - zumindest, wenn sich alles im normalen Bereich abspielt. Erst wenn der Motor einen Schaden nehmen könnte, leuchtet eine Warnanzeige auf.

Instrumente aus dem Zubehörhandel können das ändern. Die fanden schon früher in Rennwagen ihren Platz, sagt Harald Schmidtke vom Verband der Automobiltuner (VDAT). "Dort muss der Pilot alle wichtigen Infos zum Zustand des Motors auf einen Blick haben. Sportliche Autofahrer rüsten deswegen gerne ihre Serienfahrzeuge damit aus." Entweder als Zusatzuhren auf oder im Armaturenbrett oder als Smartphone-App.

"Natürlich überprüft die Fahrzeugelektronik in aktuellen Fahrzeugen alle möglichen Betriebszustände. Allerdings werden dem Fahrer nicht alle maßgeblichen Daten angezeigt", sagt Schmidtke. Infos über Öltemperatur, Öldruck, Ladedruck des Turboladers und Batteriespannung lassen sich mit speziellen Programmen über die On-Board-Diagnose (OBD) auslesen. Dafür können zusätzliche im Auto zu verbauende Sensoren oder Fühler nötig werden. OBD ist ein Fahrzeugdiagnosesystem, das für Autos mit Benzinmotor seit 2001 und für Diesel seit 2004 Pflicht ist.

Klassische Zusatzinstrumente, die Bastler auf ihr Armaturenbrett kleben oder in die Lüftung fummeln, werden immer seltener. "Die früher gern genommenen klassischen Rundinstrumente mit Öltemperatur und Öldruck sind heute eigentlich nur noch im Motorsport üblich", sagt Gunnar Beer, Technik-Experte vom Auto Club Europa (ACE). Viele sich anbahnende Motorschäden können damit theoretisch entdeckt werden, bevor es dramatisch wird. Auch bei Straßenfahrzeugen konnten früher Spezialisten bereits am leicht sinkenden Öldruck erkennen, wann das Öl reif für einen Wechsel ist. Ein paar Infos sind auch heute wichtig: "Eine Temperaturanzeige für Wasser und Öl ist sinnvoll, denn auch moderne Motoren fährt man besser zurückhaltend warm", so Beer. Maßgeblich sei dabei übrigens nicht die Wasser-, sondern vielmehr die Öltemperatur: "Liegt die Öltemperatur unter 50 Grad, sollte der Motor noch nicht voll belastet werden".

Beim Nachrüsten von Zusatzinstrumenten sollten Hobbyschrauber vorsichtig sein. "Die moderne Elektronik-Architektur in den Fahrzeugen ist sehr komplex. Mal eben Strom für ein Zusatzinstrument im Kabelbaum abzuzwacken, ist nicht mehr möglich", sagt Beer. Außerdem sollten die Instrumente so leicht wie möglich ablesbar sein, ohne in der Nacht zu blenden oder das Sichtfeld einzuschränken. Beer empfiehlt Zeigerinstrumente, die auf den ersten Blick die nötigen Infos bieten. Das sei wie bei Flugzeugen: Stehe der Zeiger in der Mitte des Instrumentes, ist alles in Ordnung.

Immer beliebter würden Apps für Smartphones. Mit ihnen lassen sich Infos aus der Elektronik des Steuergerätes entlocken. Über die OBD-Schnittstelle und einen passenden Adapter lässt sich das Handy mit dem Auto verbinden. Die Schnittstellen liegen meist hinter Abdeckungen verborgen, oft im Bereich der Lenksäule. Mit den Apps lassen sich unter anderem Daten wie Drehzahl, Ladedruck, (Ansaugluft-)Temperatur, Zündwinkel und Geschwindigkeit auslesen. Auch Fehlercodes werden so sichtbar. Ein regelmäßiger Check auf Fehler kann durchaus sinnvoll sein, so Beer.

Ganz unproblematisch findet er das Anzapfen der Bordelektronik aber nicht. "Natürlich verbietet es sich, während der Fahrt lose einen Adapter herumbaumeln zu lassen." Generell sei es auch nicht ratsam, ständig die OBD-Schnittstelle anzuzapfen, die eigentlich nur für Werkstatt-Diagnosen beziehungsweise im Rahmen einer Hauptuntersuchung benutzt wird. Sämtliche Hersteller von Adaptern wiesen darauf hin, dass sie die Haftung für Schäden beim Dauerbetrieb nicht übernehmen. "Das sollte einem schon etwas zu denken geben."

Außerdem eröffnen Benutzer mit offenen Bluetooth-Verbindungen zwischen Handy und Auto Hackern unter Umständen die Möglichkeit zum digitalen Einbruch in die Fahrzeugelektronik. Und noch etwas sollten Autofahrer bei den Apps beachten, mahnt Phillip Schreiber vom Tüv Süd: Nicht nur, dass die zusätzlichen Anzeigen den Autofahrer vom Fahren ablenken können. Die Zusatzanzeigen bleiben auf dem Smartphone, das daher in einem Halter stecken sollte. Denn wer das Handy während der Fahrt in der Hand hält, riskiert ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg.

dpa

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