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Vom Natur- zum Hightech-Produkt - die Geschichte der Reifen

ANZEIGE Vom Natur- zum Hightech-Produkt - die Geschichte der Reifen

Vor mehr als fünftausend Jahren erfanden die Sumerer das Rad. Bis daraus der erste Reifen entstand, verging viel Zeit. Weitere Entdeckungen und Erfindungen waren nötig, um die stets neu auftretenden Probleme zu lösen, bis der Reifen entstand, den man heute kennt.

Vor der Erfindung des synthetischen Kautschuks ritzte man vor mehr als einhundert Jahren die Stämme der Gummibäume an. Diese sonderten daraufhin einen milchigen Saft von zäher Konsistenz ab. Nach dem Eintrocknen entsteht aus dem Latex der Kautschuk, der bei den Azteken und Mayas als Ka-houtschou, dem Stamm der Tränen, bekannt war. Der Spanier Fernando Cortez berichtete im 16. Jahrhundert erstmals über die springenden Bälle, die aus dem Kautschuk geformt wurden. Über zweihundert Jahre mussten vergehen, bis zwei Franzosen 1763 die technische Verwendung des Kautschuks entdeckten.

Heiße Luft in Schläuchen - eine Idee bekommt Auftrieb

Erst wurden Schläuche und Schuhe daraus gefertigt. Zwei Jahre später dichtete man damit gewebte Stoffe ab, um damit einen Heißluftballon zu bauen. Ein in Terpentin oder Petroleum gelöster Kautschuk wurde zur Imprägnierung der Gewebebahnen eingesetzt. Mit steigender Nachfrage verteuerte sich das aus Brasilien nach Europa eingeführte Naturprodukt. Bereits in den Siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts bemühen sich Wissenschaftler in Europa um die synthetische Herstellung des Produktes. Carl Dietrich Harries nimmt als Kautschukfachmann seine Studien an der Universität auf. Doch 1909 gelingt dem Chemiker Friedrich Hofman als Erster die Polymerisation von Isopren, wie der Kautschuk in der technischen Fachsprache genannt wird.

Kautschuk - Krise - Kunststoff

1913 kommt es aufgrund der weltweiten Nachfrage zur Kautschukkrise. Das Kaiserreich versucht, die eigene Kautschuk-Produktion anzukurbeln. Gegen die Lieferungen von natürlichem Kautschuk aus den afrikanischen Kolonien kommt das synthetische Produkt anfangs nicht an. Hohe Einstiegskosten verhindern anfangs die Massenfertigung. Nachdem das Kaiserreich im Ersten Weltkrieg weiter vom Nachschub abgeschnitten ist, gewinnt der künstliche Ersatzstoff plötzlich an Bedeutung. Ab 1925 ist man bestrebt, die Eigenschaften des Kunststoffs zu verbessern. Der IG-Farben gelang es, Butadien zu polymerisieren, indem man Natrium als Katalysator einsetzte. Buna - ein neuer Kunststoff – ist geboren, der auch heute noch eingesetzt wird. 1929 entdeckt der Chemiker Walter Bock die Emulsionspolymerisation von Butadien und Styrol. Es kommt zum wirtschaftlichen Durchbruch für die synthetischen Produkte mit dem Butadien-Styrol-Kautschuk.

Ein Jahr später gelingt die Verbesserung: Der hergestellte Butadien-Acrylnitril-Kautschuk ist sowohl öl- als auch benzinresistent. Amerikaner erfinden Chloropren, einen Kunststoff, der gegen den Einfluss von Ozon und Witterung und auch gegen Flammen weitestgehend inert ist. Die Preise für Naturkautschuk fallen auf ein historisches Tief. In Schkopau entsteht 1936 das erste Synthese-Kautschukwerk, das sofort die Produktion aufnimmt: die Buna-Werke GmbH. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung präsentieren sich im gleichen Jahr noch alle deutschen Autofabrikanten mit den dort hergestellten Buna-Reifen. Statt das Rad und den Reifen neu zu erfinden und zu entwickeln, können Sie gleich den Reifenkauf bei Oponeo.de starten. Gute Fahrt!

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