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Energielabel für Heizungen kommt - Infos für den Verbraucher

Wohnen Energielabel für Heizungen kommt - Infos für den Verbraucher

Es werden immer mehr: Viele Elektrogeräte wie Fernseher und Kühlschränke müssen bunte Energielabels tragen. Diese verdeutlichen, wie effizient die Modelle sind. Im Herbst kommen Heizungs- und Warmwasseranlagen hinzu.

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Ab 26. September tut sich was auf dem Heizungsmarkt: Wer dann eine neue Anlage kaufen möchte, soll die Angebote mit Hilfe von Energielabels besser vergleichen können.

Quelle: Kai Remmers

Berlin. Kühlschränke, Waschmaschinen, Staubsauger und viele weitere Elektrogeräte tragen schon ein buntes Label zu ihrem Energieverbrauch. Neu hinzukommen im Herbst die Heiz- und Warmwassergeräte.

Ab 26. September 2015 treten für sie die entsprechenden Regelungen der EU-Ökodesignrichtlinie in Kraft. Ziel ist, mehr Transparenz herzustellen und den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, die Energieeffizienz der Geräte besser beurteilen und vergleichen zu können.

Das gilt für Gas-, Öl- und Stromheizungen, Heizungen auf Basis von Wärmepumpen sowie Kraft-Wärme-Kopplung und Kombinationsheizungen mit integrierter Warmwasserbereitung. Auch reine Warmwassergeräte und -speicher sind betroffen. "Die neuen Standards sollen Hausbesitzer dazu anregen, bei der Modernisierung von Heizungsanlagen auf möglichst energieeffiziente Geräte zu setzen, erklärt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Was müssen Hausbesitzer wissen?

Wie bei den Hausgeräten gibt es auch hier Effizienzklassen: In den ersten vier Jahren gibt es die Einteilung A++ bis G. Schlechteres darf nicht mehr auf den Markt kommen. Ab August 2019 gelten dann nur noch die Klassen A+++ bis D. Darüber hinaus sind die Geräte mit einer Farbskala von Grün bis Rot gekennzeichnet. Das soll das Effizienzniveau optisch darstellen. Zusätzlich gibt das Label noch Heizleistung und Schallpegel an.

Was habe ich davon?

"Die neue Kennzeichnung ist definitiv im Sinne des Verbrauchers", meint Michael Woithe, Energieberater der Verbraucherzentrale Sachsen. "Die Energielabel versetzen den Verbraucher in die Lage, eine energieeffiziente Anlagentechnik von einer weniger effizienten Anlage zu unterscheiden." Damit kann er die Qualität der verschiedenen Angebote besser einordnen als vorher.

Welche Auswirkungen hat das auf den Markt?

"Manche Anlagentypen werden sich dann schlechter verkaufen lassen und somit schrittweise vom Markt gedrängt", sagt Woithe. Das treffe etwa auf die Niedertemperaturkessel zu, die Erdgas oder Heizöl nicht so gut ausnutzen wie moderne Brennwertkessel. "Manche Anbieter versuchen deshalb jetzt noch schnell, ihre Lagerbestände zu reduzieren." Auch wenn es sich dabei um ein vermeintliches Schnäppchen handelt, sollte man besser nicht zugreifen. "Eine Heizung kauft man nicht mal so aus dem Bauch heraus. Immerhin handelt es sich um eine Investition für die nächsten 20 bis 25 Jahre, die gut vorbereitet sein will", betont Woithe.

Was muss man beim Anlagenkauf beachten?

Eine Besonderheit bei den Heizungen und Warmwasseranlagen ist das sogenannte Package-Label. Denn viele Hersteller bieten ihre Systeme in Paketen an, deren Bestandteile exakt aufeinander abgestimmt sind. "Das Package-Label gibt Auskunft über die Energieeffizienz des gesamten Systems", sagt Stolte. "Dabei kann es durchaus passieren, dass nicht alle Einzellabel A+ sind, aber die gesamte Anlage durch die intelligente Kombination der Komponenten am Ende trotzdem eine hohe Effizienzklasse verdient."

Muss ich nun meine Geräte austauschen?

Die neue Kennzeichnung der Heiz- und Warmwassergeräte zwingt natürlich keinen Hausbesitzer dazu, seine alte Anlage gegen eine neue auszutauschen. "Aber das neue Label kann eine Anregung sein, die Heiz- und Warmwasseranlagen gemeinsam mit einem Fachmann mal unter die Lupe zu nehmen", sagt Stolte. Denn nach den Erhebungen der dena sind viele Heizungssysteme in Deutschland inzwischen so alt und damit wenig effektiv, dass sich ein Neukauf in kurzer Zeit amortisieren würde. "Durch den Austausch eines alten Kessels gegen eine Brennwertanlage, möglichst noch mit Solaranlage, lassen sich leicht 20 bis 30 Prozent der Energie einsparen."

dpa

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